Emden Tag 6

Kurz nach dem Frühstück packe ich meine Sachen und verlasse schon bald mein Appartement zum letzten Mal. Es war der erste Urlaub in dem ich nicht einmal geduscht habe und abgesehen von dem Eis habe ich mir auch nichts gegönnt. Die Schuhe zählen nicht, die hätte ich mir sowieso gekauft. Heute bin ich völlig entspannt, so wie es hätte von Anfang an sein sollen. Dass der Benz unter Bäumen Parken musste hat dafür gesorgt, dass die Motorhaube vollgeschissen ist. Grausamer Anblick. Auf dem Weg zur Tankstelle kackt mir auch noch eine Ente aufs Auto und ich kann beim Tanken dabei zusehen, wie die Scheiße noch verläuft. Das ist wirklich deprimierend.

Die A31 ist schön leer und im Gegensatz zur Hinfahrt als ich maximal einmal kurz 150 gefahren bin, fahre ich jetzt fast durchgehend 150 bis 160. Auch 170 sind auf der recht freien Autobahn entspannt möglich. Einmal fahre ich gar 180, aber das finde ich dann doch zu viel, weshalb ich den Unfug sofort wieder lasse. Lediglich LKWs, die spontan die linke Spur nutzen, stören den Fluss und zwingen mich immer wieder auf 90 abzubremsen. Doch da ich heute in Urlaubsstimmung bin, ist mir das egal. 30 Kilometer vor der Ankunft zeigt die Warnlampe an, dass irgendwas mit den Bremsen nicht stimmt. Entweder ein Wackelkontakt oder die Bremsen müssen tatsächlich erneuert. Ich werde mich zu gegebener Zeit darum kümmern.
Pünktlich um 12.00 Uhr bin ich zurück und stelle den voll geschissenen Benz im Hof ab. Später wasche ich ihn und bringe ihn zurück in die Garage. Das Coupé mit den ollen Reifen muss mich in den nächsten Tagen transportieren. Zwei neue Reifen sind bestellt und sollten spätestens in einer Woche montiert sein. Und wenn der Benz bis zum nächsten Urlaub auch wieder fit ist, kann ich mir hoffentlich wieder aussuchen, welches Fahrzeug mich dann transportieren wird.

Mein Plan, in diesem Urlaub mit niemandem der Einheimischen zu reden, ist übrigens übel gescheitert. Schon am ersten Tag habe ich versagt, als ich mit dem Mann sprach, der mich darauf hinwies, dass ich den Benz dort nicht parken darf. Anschließend rief ich die Vermieterin an, um nach geeigneten Parkplätzen zu fragen und dann fragte ich einen Einheimischen, ob der Benz da ein paar Tage parken darf. Ich fragte eine Bedienung, ob ich mir EC-Karte zahlen kann, eine Mitarbeiterin bei Aldi frage ich, an welche Kasse ich mich stellen darf und mit der Mitarbeiterin bei Deichmann führte ich einen gewöhnlichen Smalltalk an der Kasse. Damit habe ich gleich sechsfach versagt. Im nächsten Urlaub muss ich diese Kontakte zu Einheimischen drastisch reduzieren, so viel steht jedenfalls fest.

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