Weitere Sehstörungen, der Abschied von Nadja und ein Abend ohne Loerz

Der Freitag startet überraschend schlecht, nach einer relativ entspannten Nacht, denn schon um 06.20 Uhr, direkt nach dem Frühstück, kündigen sich Sehstörungen an, die kurz danach in ihrer schönsten Form einsetzen. Das sind bereits die vierten Sehstörungen, die mein Körper mir diese Woche anbietet und ich hoffe, dass es nicht wie am Dienstag wird und die Sehstörungen gleich dreimal an einem Tag auftreten. Weil ich eh nichts sehe, lege ich mich, nachdem ich eine Ibuprofen genommen habe, auf meinen Massagesessel, schalte diesen ein und schließe die Augen. Es flirrt vor den Augen und auf der rechten Seite bilden sich bizarre Formen und Lichtspiele. Während ich zu nichts zu gebrauchen bin, denke ich darüber nach, wer mir da wohl helfen kann. Der Heilpraktiker, die chinesische Heilpraktikerin, die Dorn-Breuß Masseurin, irgendein Facharzt oder reicht die Massage jeden Samstag? Und wie zum Teufel soll ich das alles bezahlen? Nach zwanzig Minuten habe ich keine Antworten, kann aber wieder soweit sehen, dass ich fit genug fürs Büro bin. Kaum dort angekommen, erfahre ich, dass die neue Kollegin schon ab nächste Woche den Standort wechselt und Jens am Dienstag wieder hier arbeiten wird. Ob ich dann trotzdem die beiden Montage danach arbeiten muss, kann mir keiner sagen. Weil ich davon ausging, dass Nadja länger hier ist, habe ich ihr nicht wirklich viel gezeigt, so dass ich das nun tun darf. Aber auch danach weiß sie nicht wirklich etwas, außer dass es hier am Standort ziemlich langweilig sein kann, ich meine Haare färbe und selber schneide. Das erkannte sie allerdings schon Dienstag auf den ersten Blick. Vielleicht sollte ich doch irgendwann einen Friseur aufsuchen, vielleicht aber auch nicht. Man sollte mir jedenfalls besser keine neuen Mitarbeiter anvertrauen, denn wenn Nadja ab Dienstag an ihrem neuen Arbeitsplatz eintrifft, wird sie vermutlich aus allen Wolken fallen wegen all dem, was sie dort können und wissen muss und von dem ich ihr nicht wirklich etwas erzählt habe.

Später erfahre ich, dass Jens schon am Montag wieder hier arbeitet und frage nach, ob ich dann nicht wie üblich am Montag frei habe. Habe ich nicht, was sowohl Jens als auch ich merkwürdig finden. Er vermutet, dass er Montag, warum auch immer, entlassen wird. Da das keinen Sinn ergibt, kann auch ich derjenige sein, den man entlässt. Beides auf den ersten Blick abwegig, aber merkwürdige Dinge passieren häufig im Leben. Montag wissen wir mehr. Der Arbeitstag endet und es ist Zeit mich von Nadja zu verabschieden. Sie bedankt sich für die entspannten und lustigen Tage und weil ich, wie es meine Art ist, nicht wirklich darauf reagiere, betont sie nochmal, dass sie es ernst meint. Ich wünsche ihr viel Glück am neuen Standort, habe aber irgendwie das Gefühl, das Glück alleine ihr nicht helfen wird. Vielmehr glaube ich, dass sie nicht lange bleiben wird. Wir werden sehen und uns vermutlich nie wiedersehen.

Am Abend will der Loerz mit Petra und mir essen gehen. Bevorzugt im Café del Sol in Herne. Da dort kein Tisch zu reservieren ist, reserviert der Loerz einen Tisch im Fatto in Casa für uns. Kurz bevor wir dort ankommen ruft er an, um uns mitzuteilen, dass die A40 und die A43 gesperrt sind und er, weil alle andere Straßen irgendwie verstopft sind, den weg von Bochum nach Dortmund nicht schaffen kann. Also speisen Petra und ich allein und Petra weist mehrfach darauf hin, dass sie eine kranke Frau ist, die bald sterben wird. Ich frage mich, wo da der Spaß bleibt und was wir für Petra tun können. Einen Mann will sie nicht, Schlagermusik bringt sie nicht in Wallung und ein Eis will sie heute auch nicht mehr. Da mir sonst nichts einfällt, fällt mir sonst nichts ein. Dann ist der Abend vorbei, ich sitze in meiner Dachgeschosswohnung und weiß schon jetzt, dass das Wochenende zu kurz sein wird und der Montag mich verwirren wird.

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