Vogelpark Heiligenkirchen

Spontan und für mich selbst überraschend treffe ich mich am Samstag mit Agnes und wir fahren ebenso spontan und überraschend in den Vogelpark Heiligenkirchen. Dort begrüßt uns ein Papagei, der angeblich sprechen kann, dies aber nicht tut. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich je zuvor so nah an einem Papagei war. Aber mein Erinnerungsvermögen ist grundsätzlich getrübt.

Es gibt nicht nur Vögel zu bewundern, dass eine oder andere Tier gibt es auch zu sehen.

Es gibt allerdings auch einen Störfaktor, der fast zu einem Störfall führt. Ein Kind läuft hinter den Tieren her und der definitiv dumme Vater hält es nicht für nötig etwas zu sagen. Stattdessen lacht er höchstens mal debil. Es ist durchaus verwerflich, dass die dümmsten Menschen Nachwuchs zeugen dürfen. Ich finde, dass ich dem Vater die mitgeführte 1 Liter Plastikflasche, die noch fast voll ist, auf seinen dummen Kopf schlagen sollte und teile Agnes das auch so mit. Als wenig später das Kind auf irgendwelche Vögel spuckt kann ich es nur unter größter Anstrengung vermeiden, nichts zu tun. Die nächste Aktion führt aber unweigerlich dazu, dass ich einschreiten werde, denn meine Toleranzgrenze ist nun überschritten. Anstatt mich weiter an den Tieren zu erfreuen beobachte ich nur noch diese kleine Familie von Dummköpfen. Da Agnes mich kennt, sorgt sie dafür, dass wir weiter gehen, damit ich die Familie nicht mehr beobachten oder gar einschreiten kann. Sie weiß, dass es mit mir sehr peinlich werden kann in solchen Situationen. Ich indes ärgere mich kurz, dass ich nicht direkt eingegriffen habe und den Kackbratzen den Unsinn ausgetrieben habe. Als wir um die Ecke sind erkläre ich diversen Tieren, dass gleich eine Asifamilie kommt und sie ihnen auf den Kopf kacken oder sich verstecken sollen. Besonders aufmerksam hören mir zwei Störche zu.

Als ich mich etwas beruhigt habe klettere ich auf einen Turm. Ich bin etwas zu groß für den Turm und zweifle, dass ich da einfach an der anderen Seite an einer Stange runterrutschen kann. Diese Bedenken teile ich Agnes unverzüglich mit. Agnes versichert mir sogleich, dass ich das sehr wohl kann, weil 12-jährige das auch können. Da Agnes mir in so einer Situation sicher keinen Unsinn erzählt, greife ich nach der Stange und rutsche fast grazil daran herab. Das macht ganz schön viel Spaß. Trotzdem klettere ich nicht noch einmal hoch, weil wir sonst gar nicht weiter kämen.

Später erkläre ich einem Laufvogel, dass gleich eine Asifamilie vorbeikommt und er sie angreifen soll. Auch dieser Vögel hört mir sehr aufmerksam zu und lässt sich im Anschluss von mir fotografieren.

Den Fasan, für den ich eine einjährige Patenschaft übernommen habe, übersehe ich leider. Ich denke, dass ich nochmal wiederkommen muss, aber besser, wenn die Kinder noch in der Schule sind, weil ich dann mehr Platz habe. Außerdem ist die Gefahr, dass mich eine Arschgesichterfamilie wütend macht, so wesentlich geringer. Ich möchte nämlich nicht wütend sein, wenn ich einen gemütlichen Ausflug mache.

Spontan und ebenfalls unerwartet landen wir anschließend in Detmold. Dort bekomme ich etwas zu essen ausgegeben, bevor wir im Anschluss noch einen Spaziergang machen.

Anschließend werde ich zu meinem Auto zurückgebracht und trete die Heimreise an. Das war ein spontaner und schöner Samstag. Schade, dass ich nur selten so spontan sein kann. Aber gut, dass ich es wenigstens gelegentlich hinbekomme aus meiner Monotonie auszubrechen.

Auf der Rückfahrt im Coupé dämmert es schon. Der Benz wäre für den Ausflug zwar die bessere Wahl gewesen, aber beim Benz ist der Tank leer und die Inspektion noch immer nicht gemacht, weil ich einfach nicht mit Geld umgehen kann. Da kann ich froh sein, dass Agnes alle Ausgaben des Tages für mich übernommen hat und das Coupé vollgetankt war, denn sonst wäre dieser schöne Samstagsausflug gar nicht möglich gewesen. Vielleicht brauche ich wirklich einen Nebenjob als Nacktputzer, wie Agnes mr immer wieder rät. Aber das ist ein andere Geschichte und gehört hier nicht her.

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