Schlafstörende Gedankenkarusselle

Gerade beginnt der 13. Tag des Jahres und ich kann nicht sagen, dass sich so viel verändert hat gegenüber dem Vorjahr, doch wirklich gut geht es mir mit dem neuen Jahr nicht. Dass ich Tage hatte und habe an denen ich abends keinen Schlaf finde und viele Gedanken meinen Schlaf stören, ist nichts Neues. Doch so viele Nächte mit denselben gruseligen Gedanken sind schon etwas Besonderes. Nur nicht unbedingt im positiven Sinne. Die Gedanken, die mich entweder nicht einschlafen lassen, oder auch wecken, sind dabei stets gleich. In 19, spätestens 20 Jahren, werde ich sterben. Dann gibt es mich nicht mehr und alles war umsonst. Meine Zeit Luft ab und ich denke an alle bereits Verstorbenen, die früher zu meinem Leben gehörten. Mir erscheint es vollkommen sinnlos, dass Lebenszeit begrenzt ist. Wozu wird man geboren, wenn das Leben nicht von Dauer ist? Die verdammte Endlichkeit lähmt mich, raubt mir den Schlaf, quält mich und macht mir Angst. Ich versuche mir intensiv vorzustellen, wie es ist, wenn es vorbei ist. Aber da ist natürlich nichts. Nur schwarz. Dann beginnt die Gedankenschleife von vorn. Und das macht mich echt fertig, da ich absolut nicht akzeptieren kann, dass es so ist. Und so leide ich derzeit durchaus unter Schlafmangel, denn die Gedanken suchen mich leider zu häufig auf und stören meinen Schlaf. Früher bin ich wenigstens noch davon ausgegangen, dass ich 76 werde, aber von dem Alter habe ich mich wohl verabschiedet.

Andererseits ist da auch die Frage, warum ich überhaupt länger leben will. Um mein Leben weiter und weiter gegen die Wand zu fahren? Was würde ein ewiges Leben ändern bei mir? Auch nichts. Ich werde immer der Vollversager sein, der nichts geregelt bekommt. Daran hat sich 50 Jahre nichts geändert und das wird es auch nicht mehr. Mir wird nur mit jedem Lebensjahr bewusster, was für ein erbärmliches Dasein ich führe. Und dazu kommt irgendwann der wirkliche körperliche Verfall. Das kann auch keiner wollen. Was allerdings noch beängstigender ist, ist die Tatsache, dass ich, bekäme ich ein neues Leben geschenkt, absolut alles wieder ähnlich bescheuert abliefern würde. Ich hasse diese stets wiederkehrenden nächtlichen Gedanken, die mir meine Nutzlosigkeit immer sehr deutlich klarmachen. Eigentlich sind 19 Jahre sogar zu viel. 19 Minuten würden ausreichen, finde ich. Nur noch 19 Minuten und dann für immer Ruhe. Dann müsste ich mich wenigstens nicht mehr ertragen. Aber auch das ist mir nicht vergönnt.

2 Kommentare

  1. Du versuchst dir vorzustellen, wie es ist, wenn es vorbei ist. Ich bin beeindruckt. Die meisten Leute (auch ich) versuchen solchen Gedanken auszuweichen, weil sie einfach zu verstörend sind.

    • Verstörend und doch unausweichlich.
      Ich will halt manches einfach wissen, damit ich eventuell damit umgehen kann. Führt meist nur zu Schlafstörungen.

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