Jaumo 2021

Bei Jaumo kann man Leute auch direkt ohne Match anschreiben. Also manchmal irgendwie, aber manchmal auch nicht. Ich muss gestehen, dass ich es nicht verstehe. Aber wenn man bezahlt, dann geht mehr. Dummerweise will ich aber nicht zahlen und so werden es sicher vier trostlose Testwochen. Neu bei Jaumo ist wohl das Trivia-Quiz bei dem man das Mikrofon einschalten muss. Ich glaube nicht, dass das etwas für mich ist, aber wer weiß. Ich finde die App aus nicht weiter definierbaren Gründen irgendwie sympathischer als die Badoo-App. Aber das kann auch bedeutungslos sein. Nervig finde ich, dass häufig Werbung eingeblendet wird, aber wer nicht zahlen will, der muss halt Werbung gucken. Man kann sich auch Profile von Leuten aus der Nähe anzeigen lassen, was vermutlich auch nichts bringen wird. Meine Suche beschränke ich auf Frauen im Alter von 35 bis 55 in einem Umkreis bis 25 Kilometern. Das muss reichen.
Bei Jaumo nervt mich besonders, dass es ständig Meldungen gibt, wenn sich jemand neu angemeldet hat, dass irgendwer in der Nähe oder süß ist. Nutzlose Informationen, die ich einfach nur lästig finde.

In der ersten Woche habe ich ein Match. Charmant wie ich bin, schreibe ich die Frau an und bekomme keine Antwort. Mehr passiert in der ersten Woche nicht.

In der zweiten Woche habe ich ein Match. Ich schreibe die Frau an und bekomme keine Antwort. Somit ist die zweite Woche fast eine Kopie der ersten Woche.

In der dritten Woche passiert nichts. Aus Gründen, die ich nicht verstehe, kann ich aber ab und zu Frauen anschreiben, was ich auch mache. Anfrage abgelehnt ist die einzige Info, die ich später sehen kann. Mit Ablehnung kann ich echt nicht gut umgehen. Das ist doch voll gemein.

In der vierten Woche habe ich ein letztes Match. Die Frau fragt direkt, ob ich Sex haben will und ich frage sie, warum sie mir diese Frage stellt. Als Antwort schickt sie mir einen Link zu irgendeiner Seite. Statt den Link zu testen, melde ich sie als Spam. Ordnung muss sein.

Die riesige Auswahl an faltenfreien Gesichtern, die man durchaus als Konturlos bezeichnen kann, ist absolut ermüdend. Ich frage mich, was das soll und bin sicher, dass niemand ernsthaft daran interessiert sein kann, jemanden in der Realität kennenzulernen, da man in der Realität ohne all die Weichzeichner auftreten muss und vermutlich vom Gegenüber nicht erkannt wird. Denn schließlich erwartet man auch in der Altersklasse Ü40, dass diejenige mit der man verabredet ist, wie eine faltenfreie 18-jährige aussieht. Das ist natürlich Blödsinn, darum wird man, sollte es tatsächlich zu einem Date kommen, die Frau vermutlich kaum erkennen, wenn sie sich so Filterfrei präsentiert. Ich hätte gerne so ein Date gehabt, um die Frau zu fragen, was sie sich dabei gedacht hat solche Bilder zu präsentieren. Aber wie gesagt, ich gehe nicht davon aus, dass jemand, der solche Bilder präsentiert an einem echten Treffen interessiert sein kann, weil das Treffen nur eine Enttäuschung werden kann.

Ich habe während der Testzeit übrigens sieben Frauen ohne Match angeschrieben, die aber alle meine Anfrage abgelehnt haben. Somit war auch die Zeit bei Jaumo eine Zeit ohne wirklichen Unterhaltungswert. Aber immerhin hatte ich in den vier Wochen drei Matches. Daher kann ich meine Zeit bei Jaumo letztlich doch als Teilerfolg verbuchen. Mehr ist für mich einfach nicht drin auf diesen Dating-Apps, wie es scheint.

8 Kommentare

  1. Ich verstehe dieses Filtergedöns auch nicht. Vor allem deshalb, weil ich es nicht schön finde. Die Leute sehen alle so glatt und profillos durch diese Flut an Filtern aus, dass man meinen könnte, ihnen wäre der Charakter aus dem Gesicht geschrubbt worden.
    Ich mag es viel lieber, wenn die Leute ganz normal sind. Mit Ecken und Kanten. Und nicht so beängstigend schön.

  2. Sie haben einen wirklich langen Atem. Es hört sich so ermüdend an. Ich bin vermehrt im Chat unterwegs und könnte schon wieder Bücher mit Erlebnissen füllen. Ich weiß bisher nicht, was ich davon halten soll. Lese immer amüsiert Ihre Chaterinnerungen und frage mich dann, wofür tut man sich das eigentlich an. Da bleibt die Hoffnung auf 1%, welches es doch am Ende vielleicht interessant macht.

    • Vielleicht sollte ich nach den Dating-Apps ausgiebig Chaträume testen. Damit mir die Themen hier nicht ausgehen. Aber ich glaube, das ertrage ich nicht.

  3. Kein Vergleich zu früher. Chats gibt es gar nicht mehr wie Sand am Meer. Die Perlen zu finden dauert. Sie würden genügend Erzählstoff finden…^^ 🤭

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