Urlaub. Jetzt oder später?

Der geplante kurze Urlaubstripp nach Oberwedel kann dank der Corona-Pest nicht stattfinden, weshalb ich überlege, komplett auf Urlaub zu verzichten und bis Ende Juni durchzuarbeiten, weil ich wegfahren muss, um entspannen zu können. Bleibe ich hier, dann sitze ich zumeist nur in der Wohnung rum, gehe mir auf die Nerven und bin nach den zwei Wochen ähnlich genervt, wie ich es seit Wochen ohnehin schon bin. Außerdem lässt das Wetter zu wünschen übrig. Da kann ich eigentlich ganz auf den Urlaub verzichten.
Kurz bevor ich resigniert den Urlaub absage, fällt mir ein, dass das vielleicht doch nicht so gut ist, denn ich bin durchaus am Ende, quasi zermürbt von diesem Mist mit der zusätzlichen Maßnahme, auf die ich mich so gar nicht einlassen kann. Außerdem endet diese Maßnahme in Kürze und obwohl es mehrfach angekündigt wurde, ist eine Nachfolgemaßnahme nicht in Sicht. Und die Aussicht künftig nur noch diese andere, nervige Maßnahme zu betreuen und eines Tages an dem Standort auch noch körperlich anwesend sein zu müssen, lässt mein Laune nicht steigen. Der Gedanke widert mich sogar so sehr an, dass ich gelegentlich darüber nachdenke mich nach einem anderen Arbeitgeber umzusehen. Das würde ich nicht tun, wenn ich entspannter und nicht so genervt und gereizt wäre. All das schreit förmlich danach, dass ich hier mal rauskomme und ein paar Tage dem Büro fern bleibe. Außerdem kann ich die Zeit nutzen, um mich um die Coupés zu kümmern und Arzttermine zu vereinbaren, die ich dann in Zukunft wieder montags wahrnehmen kann, um eine vernachlässigte Tradition wiederaufleben zu lassen. Schließlich wird mein Körper ja auch immer älter und neigt zu Verfallserscheinungen. Aber am Entscheidendsten ist, dass ich, wenn ich nicht ein paar Tage hier rauskomme, wirklich bald durchdrehen werde oder in tausend Teile zerspringe. Das möchte ich nicht. Das wäre nicht gut und würde keinem helfen. Somit spricht derzeit dann doch mehr dafür den Urlaub zu nehmen als ihn nicht zu nehmen. Auch wenn ich nicht verreisen darf. Ich gehe sowieso davon aus, dass ich auch im Juni noch nicht verreisen darf, weshalb ich den Sommerurlaub vermutlich ebenso verschieben werde, weil alles andere keinen Sinn macht und auch keinem helfen würde. Möglicherweise darf man dieses Jahr gar nicht mehr verreisen. Das ist doch alles krank.

Kaum habe ich mich entschieden, dass ich möglichst bald Urlaub brauche, ändert sich alles und ich verschiebe den Urlaub, da es ungünstig wäre, den Urlaub jetzt zu nehmen, weil im Büro zu viel anliegt und wir einen sauberen Abschluss zum Ende der Maßnahme zaubern müssen. Der Kollege geht an einen anderen Standort und wird ab Mai nur noch einmal in der Woche hier sein. Ob er dann überhaupt wieder zurückkommen wird, erscheint mir durchaus fraglich. Seine Kunden der anderen Maßnahme übernehme ich und weil es zu wenige sind, bekomme ich am nächsten Tag gleich drei weitere dazu. Dazu noch drei für eine andere Maßnahme. Macht dann 26. Dazu die ganze Verwaltung für die Maßnahmen, weil ich ja gleichzeitig auch die Verwaltungskraft bin. So ist der Freitag am Ende plötzlich der stressigste Arbeitstag seit langem, vielleicht sogar der stressigste aller Zeiten. Und weil ein möglicher neuer Teilnehmer sich weigert zukünftig an Maßnahmen teilzunehmen, bittet man mich, dass ich ihn anrufe und davon überzeuge, dass er seine Meinung ändert. Das liebe ich ganz besonders, wenn ich so Aufgaben annehme, weil ich nicht nein sagen kann und möchte, dass wir auch in Zukunft gut zusammenarbeiten. Also frage ich den Mann, was er denn für schlimme Dinge in Maßnahmen erlebt hat und ob er mir gestattet, dass ich kurz erkläre, wie das bei uns läuft. Da er ein freundlicher Mensch ist, hört er mir zu und beschließt am Ende des Gesprächs, dass er an der Maßnahme teilnehmen wird. Erschreckend, wie ich Leute einlullen kann.

Obwohl es sinnlos ist, verschiebe ich den geplanten Urlaub in Oberwedel um zwei Wochen nach hinten. Stornieren kann ich dann immer noch. Den zweiten Jahresurlaub verschiebe ich ebenfalls, allerdings geht dabei etwas schief und so weiß ich nicht, ob die Ferienwohnung für mich reserviert wird oder nicht, da ich die Bestätigung nicht erhalte. Vielleicht suche ich mir einen anderen Urlaubsort, aber vermutlich ist das unnötig, da man eh nicht verreisen darf. Schöne, neue Welt.

2 Kommentare

  1. Ich habe die Variante Urlaub alleine für mich gewählt. Wenn sich schon das Zahnfleisch im übertragenen Sinne aufzulösen droht, wird es höchste Zeit. War mir egal, ob ich zuhause oder weg bin. Einfach nur Stille und weg von der Arbeit. Sie wollen doch nicht als menschliches Puzzle enden?

    • Meine Variante “Urlaub alleine für mich” muss noch etwas warten.
      Menschliches Puzzle klingt interessant, aber ob mir das gefällt, weiß ich noch nicht. Mal schauen, in welchem Zustand ich bis zum Urlaub sein werde.

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