Der impfende Augenarzt

Als ich mich in der Augenarztpraxis zu meinem Termin anmelden will, ist eine Frau vor mir dran. Sie wird gefragt, ob sie schon geimpft ist. Als sie verneint fragt man sie, ob sie denn geimpft werden möchte. Da kann die Frau natürlich nicht nein sagen. Schon nächste Woche gibt es den guten Johnson & Johnson Stoff. Die Frau kann ihr Glück kaum fassen und sagt, dass sie damit gar nicht gerechnet hat, aber man auch mal Glück haben muss. Das muss heute wohl ihr Glückstag sein. Wenig später werde ich gefragt, ob ich denn schon geimpft bin, was ich wahrheitsgemäß verneine. Die Frage, ob ich geimpft werden möchte, beantworte ich lediglich mit einem Kopfschütteln. Ich bin einfach noch nicht so weit. Mein Beobachtungszyklus ist noch nicht abgeschlossen. Ich bin während meiner Anwesenheit auch der einzige Ungeimpfte, der das verlockende Angebot einer Impfung ablehnt. Wenn ich das nicht eines Tages noch bereue. Die Wartezeit ist heute länger als üblich, was ich darauf schiebe, dass immer wieder zwischendurch geimpft wird. Von einem Engpass an Impfstoffen ist hier heute nichts zu spüren. Die Impfausweise werden gestempelt, was das Zeug hält. Obwohl ich nicht gerne warte, will ich heute nicht meckern, denn schließlich gibt es heute Wichtigeres als meinen Augendruck und die Messung der Hornhautdicke, für die immerhin freiwillig 30€ gezahlt habe. Heute wird an der Herdenimmunität, die es vielleicht gar nicht gibt, gearbeitet.

In einer Impfpause bin ich an der Reihe. Meine Hornhaut ist etwas dicker, weshalb man beim Augendruck ein ganz klein wenig abziehen muss, aber wirklich nur ein ganz klein wenig. Mein Augendruck hat es sich bei knapp über 20 bequem gemacht und scheint auch nicht mehr sinken zu wollen. Damit liegen wir leicht über dem Grenzbereich, aber da im Auge noch alles in einem akzeptablen Zustand ist, belassen wir es dabei, halbjährlich alles zu kontrollieren. Im Dezember ist der nächste Termin, dann allerdings muss ich ohne Auto erscheinen, weil die Pupillen erweitert werden.

Meine Montage bleiben auch in Zukunft aufregend und maximal spannend. Nächsten Montag werde ich dennoch zur Abwechslung etwas anderes machen und keinen Arzt afsuchen. Nächsten Montag bekommt das Coupé zwei neue Reifen, die bereits im Keller darauf warten endlich ans Coupé geschraubt zu werden. Das wird sicher auch ein tolles Erlebnis für mich und das Coupé. Darauf freuen wir uns schon jetzt.

4 Kommentare

  1. Ich hab noch einen Rest Mittagspause und in dieser zwei Postings gelesen, Deinen und den einer Freundin.
    Ein Stück weit kopier ich meine soeben dort geschriebenen Gedanken zum Thema Impfung mal hier mit rein:

    Ganz leise, eher so für mich selbst, stelle ich mir nach Gedanken wie diesen immer wieder die Frage: Wovor genau haben die Menschen Angst? Dass sie sich einen Virus einfangen, an dem sie unter Umständen schwer erkranken oder auch gar sterben könnten?
    Trotz einer Genesenen-Rate von etwas über 99 Prozent? Und ja, mir ist durchaus bewusst, dass genesen nicht wirklich genesen sein muss.
    Schaut mich an: Im Dezember 2004 mit einem Streptokokken-Bakterium infiziert, bin ich bis heute, 17 Jahre danach, geschädigt davon. Eigentlich kein wirklich gefährlicher Bazillus – aber beim einen wirkt es eben so, bei den meisten anderen heilt das folgenlos aus.
    Fälle wie meinen gibt es zuhauf, lange vor Corona – und es wird sie auch ganz sehr lange danach geben. Ganz egal, wie der Erreger heißen mag.
    Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz, gegen keinen Bazillus, „dank“ ständiger Mutationen.
    Auch nicht mit einer Impfung.
    Wenn es immer heißt “Man tut es aus Solidarität und zum Schutz anderer”: Mein Papa beispielsweise mit seinem schwerkranken Herz nicht nur bei Corona gefährdet, sondern jedes Bazillus kann etwas auslösen, das ihn das Leben kostet. Ich denke das nicht panisch, sondern (ganz entgegen meiner eigentlichen Natur) ganz rational. Also verhalte ich mich wie ich es schon immer tat: Hygiene, regelmäßiges Händewaschen, kein Umarmen bzw. keinen Besuch, wenn man erkältet ist – normale Grundregeln also.

    Ich frage mich das nicht, um die Impfung oder gar das Virus in Frage zu stellen. Ich frage mich eher… Werden die Menschen verlernen, miteinander umzugehen, immer in Sorge darüber, dass man sich einen Bazillus einfangen könnte, der ihnen schaden kann? Werden sie sich künftig nicht mehr umarmen, nur weil einer von beiden keinen Stempel im Pass besitzt?
    Werden sie sich argwöhnisch beäugen und lieber zwei Meter auseinandersitzen, obwohl eine latente „Gefährdung“ jeden einzelnen Tag vor Corona schon da war?
    Warum haben alle Panik bei Corona – und negieren die möglichen Schäden anderer Bazillen?
    Warum wähnen Menschen sich sicher, obwohl sie es nach wie vor auch mit der aktuellen Corona-Impfung nicht sind? Und auch nicht die, die sie umgeben?

    Die Gräben, die sich seit 2020 ziehen, die entstehen nicht von außen. Wir ziehen die Marianengräben zwischen uns selbst – und das stimmt mich sehr nachdenklich – und auch irgenwie traurig. Es ist eine traurige Entwicklung, die sich hier mit jedem Monat mehr beobachten lässt.

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