Basalzellkarzinom am Ohr

Zuerst die gute Nachricht. Die Hautveränderung am Jochbein muss nicht behandelt werden. Dann folgt die schlechte Nachricht. Weißer Hautkrebs am Ohr. Laut Arzt werde ich nicht daran sterben, aber eine OP ist nötig. Ob ich dazu ein paar Tage in der Klinik bleiben muss, entscheidet sich dort, wenn man mein Ohr begutachtet hat. Er empfiehlt mir dazu die Fachklinik Hornheide in Münster. Ich bekomme noch eine Überweisung, dann stehe ich auch schon wieder vor der Praxis und bin verwirrt. Auf der einen Seite denke ich, dass ein kleiner Eingriff alles beseitigt, dann aber glaube ich, dass es erstmal der Anfang ist und ich sicher noch mehr habe und nach und nach immer mehr von der Pest bekomme. Positives Denken gehörte schon immer zu meinen stärken.

Telefonisch kann ich keinen Termin in der Klinik ausmachen, also versuche ich es per Mail. Zwischenzeitlich suche ich natürlich online nach Informationen. Bei mehr als 90% der Betroffenen ist der Verlauf der Erkrankung nach einer Therapie günstig. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass es auch anders kommen kann. Manchmal wird nicht alles von dem kranken Gewebe entfernt und eine zweite OP wird nötig. Am Ohr ist so ein weißer Hautkrebs schon irgendwie ungünstig. Wenn der Tumor am Ohr zu weit in die Tiefe gewachsen ist, dann ist eine OP nicht mehr möglich. Je mehr ich lese, desto weniger erbaulich ist es.

Man bietet mir einen Termin am 25.08. an. Das ist in einem Monat. Erst finde ich, dass es eine Zumutung ist, mich mit so einem Befund einen Monat warten zu lassen, dann denke ich mir, dass ich, wenn es dringend wäre, schneller einen Termin bekommen hätte und mir keine Sorgen machen muss. Dann wiederum denke ich, dass es nichts mit mir zu tun hat, sondern einfach keine Kapazitäten frei sind und die Patienten denen im Grunde genommen vollkommen egal sind, was mich irgendwie frustriert. Meine Strategie in solchen Fällen ist zumeist Verdrängung. Einfaches ignorieren von möglichen Konsequenzen und unklaren Tatsachen.

Im August wird das Ohr betrachtet und dann wird vermutlich irgendwann im nächsten Jahr die OP stattfinden, weil es nicht eilt, weil keine Kapazitäten frei sind und weil Corona auch noch ein Wörtchen mitzureden hat. Wobei das Virus eher schweigt, aber letztlich doch irgendwie verantwortlich für alle möglichen und unmöglichen Dinge, die passieren oder eben nicht passieren, ist. Da ich im Moment absolut nichts tun kann, außer panisch zu werden, muss ich versuchen möglichst schnell in den Ignoriermodus zu schalten. Alles andere würde vermutlich keinem helfen und mich nur unnötig stressen.

10 Kommentare

  1. Ja, panisch zu werden ist jetzt tatsächlich keine Lösung, deshalb würde ich die Dinge so ruhig wie möglich ihren Gang nehmen lassen. Gute Besserung!

  2. Diese Hautveränderungen können gut behandelt werden. Ich habe erst vor kurzem erfahren, dass sogar ein Kollege von mir daran “leidet”.

    Hautprobleme ist ein schnell verstecktes Problem. Bei mir ist es AI – habe einen Monat auf einen Termin bei einem entsprechenden Arzt gewartet und jetzt nochmal so lange bis zur ersten Behandlung.

    War auch das erste Mal, dass ich online einen Termin vereinbart habe.

      • AI = Akne Inversa. Vermeiden Sie die Bildersuche ^^

        Ich warte lieber ein paar Tage mehr und habe einen Chirurgen, der sich damit auskennt. Ich habe in den letzten Jahre so viel Antibiotika geschluckt … mehr geht nicht.

  3. Nur die Ruhe, der weiße Hautkrebs kommt nicht gefährlich daher.
    Der Mann hatte einige Stellen, davon eine sehr nahe am Auge. Entfernt wurde das ambulant bei einem niedergelassenen Hautarzt, der nicht davor bange war, so nahe am Auge zu operieren.
    Wichtig ist, in Zukunft prinzipiell einen Sonnenschutz mit hohem LSF zu benutzen. Auch an den Ohren;-)
    Dass du Tage in der Klinik dafür bleiben musst, glaube ich nicht.

    • Ruhe und Geduld, verliere ich leider gern, wenn etwas derartiges nicht unverzüglich erledigt wird.
      Sonnenschutz habe ich. Muss nur daran denken ihn nicht immer zu vergessen.

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