Gelesen: Die Gierigen | Das Unerfreuliche zuerst | Sofortheilung mit Wasserstoffperoxid | Das Evangelium der Aale

Vier Bücher habe ich im August gelesen, was ich absolut vertretbar finde. Ein Buch war dabei, welches mich sehr überrascht hat, eines, welches zwar informativ ist, aber irgendwie nicht dem entsprach, was ich bei dem Titel erwartet hatte. Ich bin sicher, dass der geneigte Leser mit dem einen oder anderen Titel etwas anfangen kann.

Es geht um zwei Männer und eine Frau. Samir ist ein sehr erfolgreicher Anwalt, dessen Leben aber auf einer Lüge aufgebaut ist. Samuel ist eher unglücklich, im Leben gescheitert und lebt zusammen mit Nina, die sich viel mehr zu Samir hingezogen fühlt, ihn aber verlassen hat, um mit Samuel zu leben, nachdem dieser einen Selbstmordversuch unternommen hat. Irgendwann beschließt Samuel, dass er und Nina wieder Kontakt zu Samir aufnehmen und so nimmt das Unheil seinen Lauf.
Auch bei diesem Buch brauchte ich wieder eine Weile, um reinzukommen, aber es hat sich gelohnt, auch wenn mir der Teil mit dem Terrorismus nicht so gefallen hat, obwohl es durchaus zu der Geschichte passt. Sympathisch ist keiner der drei Hauptakteure, alle sind sie irgendwie kaputt und so ist es wenig verwunderlich, dass am Ende eigentlich das Leben aller ruiniert ist. Es gibt kein Happy End, zumindest kann ich keins erkennen. Das macht es vermutlich auch so realistisch, weil Menschen so sind und ständig falsche, auf den ersten Blick nicht nachvollziehbare Entscheidungen treffen. Es gibt viel zu lesen, aber es lohnt sich. Den Einstieg in den Lesemonat August finde ich jedenfalls gelungen.

 

Kurzgeschichten. Über Männer. Wenig bis gar nicht sympathisch. Realistisch. Erschreckend. Oftmals irgendwie abstoßend. Jedenfalls nix zum Wohlfühlen. Trotzdem Lesenswert? Durchaus, wobei mir aber nicht alle Geschichten zusagen.
Die Geschichten sind immer irgendwie deprimierend, aber sie klingen leider nicht wie erfunden, sondern oftmals wie Beobachtungen. Das schmeckt sicher nicht jedem und ist nichts, um die Laune zu verbessern. Oder vielleicht doch? Schwer zu sagen. Ich mag so Geschichten ja. Zumindest die meisten. Manche finde ich auch doof. Doch das darf ich, denn ich bin ein lesender Mann. Für den kleinen Lesehunger zwischendurch absolut nett. Nur halt nicht, wenn man etwas Positives lesen will. Also so richtig positiv, und mit Kitsch. Dann besser nicht.

 

Zunächst einmal ist der Titel des Buches meiner Meinung nach schlecht gewählt, da es in dem Buch nur auf der Hälfte der Seiten um Wasserstoffperoxid geht. Auf den anderen Seiten geht es um kolloidales Silber, kolloidales Gold und Silizium. Meiner Meinung nach werden die Sachen auch besser beschrieben als das Wasserstoffperoxid. Das ändert nichts daran, dass es auch zum Wasserstoffperoxid gute, nützliche und interessante Informationen gibt, aber das hätte man irgendwie im Titel einbauen müssen. Ebenfalls störend finde ich, dass unter jeder beschriebenen Anwendungsmöglichkeit des Wasserstoffperoxids folgender Hinweis steht:
Die Wasserstoffperoxid-Lösung 3,5% ist ganz frei von Stabilisatoren. Nicht über 25 Grad C lagern.

Wasserstoffperoxid immer außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern aufbewahren. Kühl und trocken lagern.
Keine Ahnung, ob das aus rechtlichen Gründen so sein musste oder ob es nur gemacht wurde, damit die Seiten voller wurden, ich empfinde es jedenfalls als störend. Ebenso habe ich Probleme mit der Sprache, denn es sind einfach zu viele Fehler in dem Text. Kontrolliert das echt niemand oder hat das jemand kontrolliert, es aber übersehen? Wie auch immer, dadurch wird das Buch ziemlich abgewertet und die guten Informationen fast in den Hintergrund gerückt. Ich finde das sehr ärgerlich, denn vom Informationsgehalt ist das eine nette kleine Lektüre.

 

Das Evangelium der Aale ist die Leseüberraschung des Monats und auch das Buch des Monats. Es ist ein sehr informatives und interessantes Buch über Aale. Aale haben mich nie weiter interessiert und waren für mich einfach da. Gedanken habe ich mir nie über Aale gemacht. Dass deren Geschichte so interessant ist und das es doch noch einiges gibt, was man noch immer nicht ganz genau über sie weiß, hat mich überrascht. Aale sind, das muss ich zugeben, spannend und faszinierend. Trotz der vielen Fakten ist das Buch zu keinem Zeitpunkt ermüdend, was ich sehr schätze. Wer sich für Aale interessiert, sollte das Buch kennen und wer keine Ahnung von Aalen hat, erfährt in diesem Buch eine Menge, wenn er sich drauf einlässt. Abgesehen davon ist das Buch aber auch traurig, privat und emotional geschrieben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemandem nicht zusagt, Das Evangelium der Aale zu lesen und es bleibt zu hoffen, dass diese faszinierenden kleinen Fische doch nicht aussterben, auch wenn es derzeit ganz danach aussieht.

Eine Gesamtübersicht der gelesenen Bücher gibt es hier.

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