Nach dem Zahnarztbesuch ist vor dem Zahnarztbesuch

Am Abend nach der Behandlung fällt ein erstes Stück der Füllung raus. Ich begutachte den Zahnstummel und beschließe, dass es ein unwichtiges Stück Füllung war, was da beim Zähneputzen verloren ging. In der ersten Nacht nach dem Zahnarztbesuch kann ich immerhin fast durchschlafen. Den nächsten Tag über fühlt sich alles im Mund falsch an. Das Zahnfleisch tut weh, irgendwelche Zähne tun weh und vor allem an den Einstichstellen der Betäubungsspritzen sind die Schmerzen auf einem hohen Niveau. Vielleicht bleibt das jetzt für immer so mit den Einstichstellen. Ich meine, sowas mal irgendwo gelesen zu haben. Unter Schmerzmitteln lässt es sich immerhin ertragen. Zum Zahnarzt gehe ich nicht, weil er ja sagte, dass es noch eine Weile wehtun kann. Im Laufe des Arbeitstages scheint der Schmerz zu wandern und am Ende sind die Schmerzen unten schlimmer als am defekten Zahn. Essen macht gar keinen Spaß mehr und ich freue mich so gar nicht auf die bevorstehenden Feiertage.

Die zweite Nacht schaffe ich nur dank einer Schmerztablette. Als ich am nächsten Morgen erwache, immerhin erwache ich noch, tut der Oberkiefer weh. Und die Zähne vor dem behandelten Zahn. Hatte ich vor einiger Zeit noch gedacht, dass ich echt Glück bisher hatte in meinem Leben, was Zahnschmerzen angeht, so denke ich jetzt meistens „Aua“. Neu dazugekommen ist ein Taubheitsgefühl, was manchmal den Eindruck vermittelt, ich hätte eine Betäubungsspritze bekommen. Da entwickelt sich etwas ganz eindeutig in die falsche Richtung und ich weiß echt nicht, was ich davon halten soll. Und vor allem frage ich mich, wie lange ich das wohl noch aushalten werde, bevor ich irgendeinen Zahnarzt aufsuche, der gerade Notdienst hat. Es ist Samstag. Das Wochenende scheint versaut. Doch dann gibt es plötzlich erste Anzeichen einer Verbesserung. Ich bin am Vormittag abgelenkt und scheinbar sind es die Schmerzen parallel dazu auch. Erst am Nachmittag verlangt mein Körper nach einer weiteren Tablette, obwohl ich scheinbar völlig entspannt durch eine Thalia Filiale wandere und einige Bücher entdeckt habe, die ich wohl lesen muss. Später stellt sich mir zwangsläufig die Frage, ob ich dermaßen einen an der Waffel habe, dass ich mir die Schmerzen nur einrede oder sie nur deshalb da sind, weil ich an sie denke. Bei einem Mann wie mir ist alles möglich. Ich werde das mal weiter beobachten.

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