Die letzten Tage im Januar 2019

Zu Beginn des letzten Drittels des ersten Monats bin ich mitunter für meine Verhältnisse sehr entspannt, was mich immer wieder aufs Neue wundert und ich deshalb auch skeptisch betrachte. Irgendwas kann nicht mit rechten Dingen zugehen. Nichtsdestotrotz mag ich den Zustand.

Der erste Schnee kommt für mich völlig unerwartet, obwohl Petra mich vorgewarnt hat. Ich bin kein Freund des Schnees, weil er nicht nur bald zu Matsch wird, sondern weil ich ein hundsmiserabler Autofahrer bin. In Kombination mit Schnee ist es einfach furchtbar. Von mir aus kann es schneien, wenn ich nicht da bin oder wenn ich wenigstens nicht Auto fahren muss. Immerhin lässt sich das Coupé leicht von der dünnen Schneeschicht befreien und die Hauptstraßen sind einfach nur nass. Lediglich die Nebenstraßen sind matschig und schmierig und ich habe keine Ahnung, ob das nur Scheiße aussieht oder auch glatt und gefährlich ist. Ich weiß nur, dass es mein Coupé total versaut und ich es generell nicht mag. Ebenso wenig mag ich Autofahrer die so dicht hinter mir herfahren, dass ich deren Lampen nicht einmal sehen kann. Was geht in so Köpfen wohl vor? Vermutlich nicht viel. Doof bleibt halt doof.

Über Teilnehmer, die offensichtlich Geld verdienen, ohne es dem Jobcenter zu melden rege ich mich mitunter sehr auf. Dieser jahrelange, scheinbar nicht nachweisbare Betrug passt nicht zu meinen Strukturen und meinem Leben. So ein bisschen bescheißen, ja, okay, aber was sich manche mit einer unfassbaren Selbstverständlichkeit rausnehmen, macht es für mich oft nicht leicht, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Da hilft es meist auch nicht die Sache von deren Seite zu betrachten. Nun gut, ich bin weder Sheriff noch Marshall noch sonst wer, der da durchgreifen darf. Und spätestens wenn diese Teilnehmer gegangen sind, sind sie mir egal. Also meistens zumindest. Jeder überlebt so lange er kann auf seine Weise. So ist das.

Aus rein gesundheitlichen Gründen, vielleicht aber auch, weil es etwas Spaß macht, gönne ich mir einen langen, ausgedehnten Bums. Weil man wegen lang und ausgedehnt unterschiedlicher Meinung sein kann, befrage ich anschließend Caro, die währenddessen zugegen war, ob man das Ereignis wohlwollend als lang und ausgedehnt bezeichnen kann. Bei lang stimmt sie zu, bei ausgedehnt erst nach kurzer Überlegung. Daher habe ich Zweifel, weil ich fürchte, sie bestätigt das nur, damit ich Ruhe gebe und nicht traurig bin. Allerdings merkt sie an, dass ich mich nicht wirklich bewegt habe währenddessen. Da hat sie natürlich Recht, aber meiner Meinung nach reicht es, wenn die Frau sich bewegt und ich anwesend bin. Außerdem habe ich schon früh darauf hingewiesen, dass ich es beim Sex am liebsten gemütlich und bequem habe und die Frau die Arbeit macht. Warum sollte ich daran in meinem Alter noch etwas ändern? Das wäre doch Quatsch.

Zum ersten Mal seit ich es zur Pflicht gemacht habe, meine Zähne mindestens zweimal täglich mit Zahnseide zu reinigen, habe ich keine Zahnseide im Haus. Ich räume alle Schränke im Bad aus, nur um frustriert festzustellen, dass es tatsächlich so ist. Ich hätte nie gedacht, wie unwohl und unhygienisch ich mich fühle, wenn ich keine Zahnseide habe. Wie ein kleiner Dreckspatz. Ich versuche mit einem Zahnarztinstrument die Zwischenräume zu reinigen, aber das ist nicht dasselbe als wenn ich mit Zahnseide arbeiten würde. Ich fühle mich definitiv unwohl in diesem Zustand der Zahnseidenlosigkeit. Ein Leben ohne Zahnseide mag möglich sein, für mich aber ist das nichts.

Es scheint, aber ich bin auch da skeptisch, als ginge es meinem Darm derzeit besser. Ob das an Akupunktur und Schröpfen, was die Heilpraktikerin immer „Schlürfen“ nennt, liegt, oder an meiner Kur mit täglich 8 – 12 Myrrhinil-Intest Kapseln, weiß eh kein Mensch. Außerdem schaffe ich es zumeist meinen abendlichen Heißhunger auf Süßes mit einem Müsli oder ein paar Salzstangen zu bestechen, so dass mein Zuckerkonsum möglicherweise leicht gesunken ist. Wie auch immer, für den Darm scheint irgendwas zu funktionieren. Die Heilpraktikerin meint, auch meine Körperspannung sei besser. Was auch immer das zu bedeuten hat.

Beim Arzt war ich natürlich bisher nicht und auch zum Friseur war ich seit dem 12. Oktober nicht mehr. Ich schneide selbst, spare mir das Geld und eine Kurzhaarfrisur, die mir der Friseur eh ständig gegen meinen Willen verpasst. Wirklich schlechter sieht das mit mir als Friseur auch nicht aus. Rede ich mir zumindest ein.

Laut dieser Liste habe ich im Januar eindeutig zu viel Zeit vor dem Fernseher verbracht.

Durch Zufall habe ich eine Dokumentation mit dem Titel „Endlich alt!“ gesehen. Finde ich durchaus interessant, was es da zu sehen gibt.

Die Besucherzahlen sprechen scheinbar dafür, dass weniger mehr ist, daher überlege ich, ob in Zukunft drei Einträge wie dieser pro Monat genug sind.

6 Kommentare on "Die letzten Tage im Januar 2019"


  1. Ich wage kaum zu fragen, was ein Bums ist. Was für ein liebloses Wort… Und wenn es tatsächlich um Sex geht, dann sollten Sie sich das nächste Mal ein wenig mehr bewegen. Immerhin soll es doch ihrer Gesundheit dienen, Herr Dr. Schwein.

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