Weitere ärztliche Diagnosen zum Verfall

Man erfährt so viel mehr über sich, seinen Körper und seine Krankheiten, wenn man die Diagnosen der Ärzte zu lesen bekommt. Ich hätte nicht gedacht, dass es schon so schlecht um mich bestellt ist und gehe einfach mal davon aus, dass Ärzte nicht alles verraten, um ihre Patienten nicht völlig zu deprimieren. Doch dank der Krankenkassen-App weiß ich nun viel mehr über mich als mir lieb ist.

Beginnen wir mit der ausführlichen Diagnose des Augenarztes, der zwischenzeitlich in Rente gegangen ist. Dieser diagnostizierte schon frühzeitig folgendes:

• Schlupfaugenlider und Tränensäcke
• Sonstige Erkrankungen der Tränendrüse
• Erkrankung der Netzhaut des Augenhintergrundes und Veränderung der Netzhautgefäße
• Beginnender grüner Star, Glaukom mit weitem Kammerwinkel
• Brechungsfehler des Auges, Kurzsichtigkeit
• Unterschiedliche Größendarstellung eines Bildes im Auge, durch Linsenfehler oder unterschiedliche Verarbeitung in der Netzhaut verursacht
• Angeborene Fehlbildung der Iris

Das ist schon eine ganze Menge. Verraten hat er mit lediglich meine Kurzsichtigkeit, die allerdings eh unverkennbar ist, und grenzwertig hohen Augendruck, weshalb ich zweimal jährlich zur Untersuchung musste. Vielleicht hat er mir von all den anderen Augenleiden auch nichts verraten, weil ich mich geweigert habe, mir eine Gleitsichtbrille andrehen zu lassen. Interessanterweise hat die Augenärztin, die ich als Nachfolgerin ausgewählt habe, lediglich eine Diagnose gestellt. Kurzsichtigkeit. Eine Gleitsichtbrille wollte sie mir selbstverständlich auch andrehen. Was mein nächster Augenarzt mir wohl alles verschweigen wird?

Eine weitere interessante Diagnose betrifft eine angeborene Verformung des Fußes, die ein Orthopäde diagnostiziert hat. Es ist, wenn man all das liest und mich danach betrachtet, wenig verwunderlich, dass ich bei den Frauen nie so wirklich begehrt war. Und dabei fehlen noch die Diagnosen zu meinem geistigen Zustand. Bei all diesen diagnostizierten und noch nicht diagnostizierten Unzulänglichkeiten passt es durchaus gut, dass ich ein Leben als Sonderling führe. Ich bin schon sehr auf die weiteren Diagnosen gespannt und denke ernsthaft darüber nach, wieder mehr Zeit bei Ärzten zu verbringen.

Falls mich demnächst mal jemand vermisst, man findet mich bei irgendeinem Arzt meines Vertrauens. Es sei denn, ich bin bereits verstorben, dann natürlich nicht.

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