Damals 2007 – August

Der August 2007 ging nahtlos so weiter, wie der Juli 2007 aufgehört hat. Und ich hatte den ersten Mitleidssex meines Lebens. Selbst von Mitleidssex bin ich derzeit Lichtjahre entfernt, was ich irgendwie schade finde. So weit ist es schon mit mir gekommen. Nachfolgend wieder drei Texte des besagten Monats. Viel Spaß damit.


Zeig mir eine
Mittlerweile sind auch Sam und Tobias eingetroffen und das Team ist komplett. Loerz flippert weiter wild umher und redet ständig mit irgendwelchen Frauen oder nimmt sie direkt in den Arm. Alle lassen ihn gewähren. Sehr interessant. Alkohol scheint unverzichtbar, wenn man derartigen Spaß haben will. Ich trinke noch zwei Jägermeister. An meinem Zustand ändert sich nichts. Da Sam im Gegensatz zu mir voll auf ZEIG MIR EINE abfährt, fordert er den Loerz ständig auf Frauen anzusprechen. Kaum zeigt er ihm eine, ist Loerz schon unterwegs und greift an. Danach stellt er die Frau meist noch dem Sam vor, bevor es weiter zur nächsten geht. Als Loerz Annette anspricht sagt auch sie ihm, dass sie ihn längst kennt. Wie immer kann er sich an nichts erinnern. Macht aber auch nichts, weiter geht’s zur nächsten. Irgendwann später landen wir erneut bei Annette und ihrer bebrillten Freundin mit dem maskulinen Gesicht. Wir unterhalten uns ein wenig mit den beiden bevor wir weiterziehen müssen. Als es langsam leer wird im Rigoletto, der Loerz aber noch nicht genug hat, ziehen wir weiter ins Bierhaus Stade. Kaum dort angekommen setzt sich Loerz zu zwei Siebzehnjährigen an den Tisch. Ich verzichte darauf, mich dazu zu setzen. Stattdessen setze ich mich zu Annette und ihrer bebrillten Freundin mit dem maskulinen Gesicht, weil ich nicht weiß, was ich sonst tun soll. Kaum habe ich neben der bebrillten Freundin Platz genommen, nimmt sie mich in den Arm und fasst mir an die Arme und die Beine. Nicht, dass ich es nicht lieben würde, wenn Frauen sowas tun, aber warum muss es bei mir ausgerechnet diese Frau sein? Als sie mich wenig später fragt, ob ich tanzen möchte, lehne ich selbstverständlich ab. Ich bin für einen kurzen Moment zuversichtlich, dass der Spuk nun vorüber ist, doch ich liege falsch. Statt zur Tanzfläche zu entschwinden teilt Annette mit, dass sie, weil ich nicht tanze, nun auch nicht tanzen möchte und stattdessen bei mir sitzen bleibt. Langsam bekomme ich Angst und beschließe, dass wir alle Richtung Tanzfläche gehen. Irgendwie muss ich Zeit gewinnen und mir etwas einfallen lassen, wie ich mich aus den Fängen der maskulinen Frau befreien kann. An der Tanzfläche angekommen stelle ich mich ein bisschen weiter weg von ihr. Nicht, dass sie mich noch einmal anfasst. Während ich sie konsequent ignoriere kommen Sam und Tobias in Begleitung zweier blonder Frauen ins Stade. Von denen hat keine ein maskulines Gesicht. Bevor ich darüber nachdenken kann, warum die beiden zwei normale Frauen bei sich haben, während bei Loerz und mir eine Frau mit maskulinem Gesicht dabei sein muss, kommt es durch unglückliche Umstände dazu, dass die bebrillte Freundin mit eben diesem maskulinen Gesicht plötzlich direkt vor mir steht. Ich versuche nach hinten auszuweichen, habe aber keine Chance, weil direkt hinter mir die Wand ist. Keine Fluchtmöglichkeit. Nun fühle ich mich gefangen, fast schon ausgeliefert. Kurz danach spüre ich ihren Arsch an meinem Körper. Es scheint irgendeine Art Paarungsritual zu sein, was sie da durchführt. Langsam bekomme ich Panik, denn ich will mich nicht mit ihr paaren. Ich will nach Hause. Dummerweise ist Loerz so beschäftigt mit Annette, dass ich ihn nicht sofort davon überzeugen kann zu fliehen. Kurz bevor das Paarungsritual seinen Höhepunkt erreicht kann ich Loerz dann doch noch überzeugen, dass es keinen besseren Zeitpunkt zur Flucht gibt als diesen. Vermutlich in letzter Sekunde entkomme ich so der paarungswilligen, bebrillten Frau mit dem maskulinen Gesicht.

Mitleidssex und die Tage danach
Am Montag, den 06.08.2007, mache ich mich pünktlich auf den Weg nach Meinerzhagen. Die A45 ist ziemlich frei und ich kann richtig Gas geben. Ich glaube, die A45 ist meine neue Lieblingsautobahn. Ich bin als erster am vereinbarten Treffpunkt. Minuten später erscheint Sonja. Sie sieht vollkommen anders aus als auf dem vierzehn Jahre alten Foto. Und natürlich sieht sie nicht besser aus als auf dem alten Foto. Ihr nicht ganz so kleiner Hintern stört mich dabei weniger als ihre Zähne. Ihre Kronen müssten dringend mal erneuert werden. Obwohl ich das Gesamtbild nicht gerade anziehend finde, entscheide ich mich, die Sache durchzuziehen. Jetzt bin ich so weit gefahren, da will ich auch befriedigt werden. So sage ich ihr, nachdem sie gefragt hat, dass es okay für mich ist, wenn wir nun zu ihr fahren. Noch bevor wir losfahren beschwert sie sich über meinen Drei Tage Bart. Der würde Spuren hinterlassen, welche sie hinterher ihrem Mann erklären müsse. Ich sage ihr, dass sie sich nicht so anstellen und ihrem Mann etwas von einer Sonnenallergie erzählen soll. Das scheint sie zwar nicht wirklich zu überzeugen, dennoch fahren wir los. Doch schon nach wenigen Kilometern steuert sie einen Parkplatz an und ich fürchte, sie hat es sich anders überlegt. Ganz falsch liege ich mit meiner Vermutung nicht, denn sie sagt mir, dass da irgendwas fehlt, ein Grund mich mit nach Hause zu nehmen. Ich sage ihr, sie soll mich küssen, dann hat sie ihren Grund. Sie kommt meiner Aufforderung nach und ist wenig später vollkommen überzeugt davon, dass sie mich mit zu sich nach Hause nehmen muss. Alles andere hätte mich auch gewundert.
Als wir bei ihr ankommen, wünscht ihr eine Nachbarin, die auf der Treppe steht und scheinbar eingeweiht ist, viel Spaß. Das finde ich witzig. In Sonjas Wohnung leben neben ihrem Mann noch vier Katzen. Der alte Kater scheint mich nicht zu mögen, er sieht mich an als hätte er mich durchschaut. Ich kann es ihm nicht verübeln, dass er mich die ganze Zeit streng anguckt. Katzen sind echt schlaue Biester. Nach einer kurzen Knutscherei landen wir im Schlafzimmer. Es scheint alles nach Plan zu laufen. Doch das tut es nicht, denn gerade als es richtig zur Sache gehen soll, will sie nicht weiter machen. Sie erklärt mir, dass ich nicht ihr Typ bin und es einfach nicht passt. Sie hat sich das schon auf dem Parkplatz gedacht, aber das Küssen hat sie wohl etwas verwirrt. Außerdem seien Männer unter 30 besser im Bett. Und so langweilig wie ich ist ihr Mann auch im Bett. Da hätte sie auch mit ihm vögeln können, worauf ich ihr sage, dass sie das doch einfach tun soll. Sie schweigt. Ich liege auf dem Bett und finde die Situation irgendwie lustig. Kurz vorm Ziel werde ich gestoppt, das hat schon was. Während ich mir überlege, ob ich mir noch ein wenig die Gegend anschaue, bevor ich nach Hause fahre, erzählt sie mir, dass es ihr total Leid tut, dass ich jetzt völlig umsonst so weit gefahren bin. Ich antworte, dass so etwas halt passiert. Mehr kann ich nicht sagen, da sie mich plötzlich küsst und so vom Weiterreden abhält. Noch bevor ich den Sinn ihrer Aktion nachvollziehen kann, sitzt sie auf mir, führt meinen Schwanz ein und wir haben Sex. Verstehe ich zwar nicht, ist mir aber recht. Wenige Augenblicke später ist die Aktion auch schon beendet. Da hat sie mich scheinbar aus Mitleid gevögelt, weshalb ich irgendwie gerührt bin und ihr mitteile, dass ich noch nie aus Mitleid gevögelt wurde, es aber lustig finde, dass es so gekommen ist. Sie sagt nur ‘Spinner’.
Später zeigt sie mir noch Familienfotos und küsst mich ständig. Da ich nichts dagegen einzuwenden habe, lasse ich sie gewähren. Irgendwie scheint sie davon geil zu werden und meint plötzlich, dass wir nochmal von vorne anfangen sollen. Kurze Antwort meinerseits: “Ich habe keine Lust. Das bringt doch nix.” Enttäuscht nimmt sie die Ablehnung hin und kurz danach beschließe ich zu gehen. Doch noch bevor ich die Tür erreiche, werde ich wieder abgeknutscht und sie sagt, dass sie einfach nicht genug davon kriegt. Das verstehe ich natürlich, kann ihr aber nicht helfen, verabschiede mich und mache mich auf den Weg.

Haarige Sache
Am nächsten Tag habe ich mich gerade entschieden mit Loerz nach Dortmund zu fahren, als Jenny sich doch meldet, um sich mit mir zu verabreden. Weil es praktisch ist, lädt sie mich direkt zu sich nach Hause ein. Ich bin gespannt. Als ich bei ihr ankomme und sie die Haustür öffnet, trifft mich fast der Schlag. Vor mir steht eine zwanzigjährige Oma mit Überbiss, der dazu noch ein Zahn im Oberkiefer abhandengekommen ist. Ähnlichkeit mit der Frau von dem Foto kann ich keine entdecken und kann kaum glauben, was hier gerade abgeht. Normalerweise müsste ich sofort ins Auto steigen und flüchten, doch weil sie mir irgendwie Leid tut, mache ich das Naheliegende nicht. Ich meine, was hat man vom Leben zu erwarten, wenn man so aussieht? Nicht viel. So beschließe ich, dass wir eine Runde mit ihrem Hund Gassi gehen und ich mich danach verabschiede. Während wir Gassi gehen, plaudern wir ein wenig belanglos daher. Was in ihrem Leben wohl alles schief gelaufen ist? Fast alles, würde ich mal behaupten. Als wir zurück an ihrer Wohnung sind, teile ich ihr mit, dass ich mich nun auf den Weg mache. Sie scheint nichts anderes erwartet zu haben. Kurz bevor ich in mein Auto steige entdecke ich noch etwas Abscheuliches. Sie hat unter den Armen mehr und vor allem längere Haare als ich unter meinen Armen. Mir bleibt aber auch nichts erspart. Ich steige in mein Auto und bin weg. Mir reicht es für heute. Meine Dates werden auch immer gruseliger. In Zukunft sollte ich vielleicht einfach mit dem Blödsinn aufhören. Andererseits will ich ja an meiner miesen und zu negativen Einstellung arbeiten und jetzt und in Zukunft nicht mehr alles so düster sehen. Und so darf das positive an diesem Date nicht unerwähnt bleiben. Ich war an der frischen Luft.


Wer nun Lust auf weitere dieser spannenden und fast unglaublichen Geschichten hat, der muss einfach nur die 2007 anklicken. Dann geht der Spaß weiter. Oder eben nicht.

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