Das Coronavirus zu Gast bei einer Teilnehmerin

Mein freier Montag soll entspannt verlaufen, weshalb ich weder Arzt- noch Werkstattermine geplant habe. Doch kaum bin ich aufgestanden, erfahre ich, dass eine unserer Teilnehmerinnen positiv auf Corona getestet wurde. Und dann beginnt das durcheinander, denn ich soll, weil ich Kontakt zu ihr hatte, einen Corona-Test machen lassen. Also rufe ich bei meiner Hausärztin an. Dort erfahre ich, dass mich das 150 Euro kostet, wenn nicht vom Gesundheitsamt gefordert wird, dass ich einen solchen Test machen lasse. Da ich nicht mit Geld umgehen kann, möchte ich das nicht bezahlen und teile meinem Kollegen Jens die Fakten mit. Zeitgleich hat er von der Teilnehmerin erfahren, dass ihr Vater die Bescheinigung vom Gesundheitsamt geholt und unverzüglich weggeworfen hat. Weggeworfen hat er die Bescheinigung, weil darauf “Bitte warten Sie auf weiteren Anruf” gestanden haben soll. Wie dumm kann man eigentlich sein?

Jens und ich bekommen von der Chefin den Auftrag uns beim Gesundheitsamt zu melden und als Kontaktpersonen der positiv getesteten Teilnehmerin zu outen. Eigentlich eine schöne Idee, doch leider schwer umzusetzen, denn telefonisch kommt man irgendwie nicht durch beim Gesundheitsamt, was mich wenig überrascht. Mir stellt sich nun die Frage, ob ich morgen frei habe oder in Quarantäne muss. Dann frage ich mich, was passiert wenn ich arbeiten muss. Dürfen dann Teilnehmer zu uns kommen oder nicht? Und müssen nicht auch die Teilnehmer, die zeitgleich mit der Teilnehmerin bei uns waren getestet werden und vorsorglich in Quarantäne? Oder sollen wir einfach weiter machen wie bisher, weil es ja offensichtlich noch allen gut geht? Wann drehen wir alle endgültig durch und wie oft vernascht der Nachbar bis dahin noch die Nachbarin?

Kurz bevor Jens seinen Arbeitstag beendet, erreicht er doch noch jemanden beim Gesundheitsamt und erfährt, dass nur die Kontakte, welche die Teilnehmerin in den beiden Tagen vor ihrem positiven Test hatte, wichtig sind. Da ich drei Tage vor dem Test kurz Kontakt zu ihr hatte, soll ich mir keine Sorgen machen, teilt mir Jens später mit. Keine Symptome, kein Grund zur Panik. Also geht es weiter wie bisher und all die Aufregung heute war, wie ich es mir dachte, völlig unnütze Energie- und Zeitverschwendung. Meine Montage laufen einfach nicht so, wie es angemessen wäre.

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