Boreout-Syndrom, Depression oder lediglich ein kleines Tief?

Nach der Arbeit fängt für mich der Stress an, denn nach der Arbeit muss ich mir etwas zu essen machen, essen, spülen und spazieren gehen. Doch zu nichts davon habe ich Lust, es stresst mich vielmehr, weil ich am liebsten nach der Arbeit nichts tun würde. Einfach nur auf dem Sessel sitzen, eventuell Musik hören und in totaler Dunkelheit die Zeit verstreichen lassen. Stundenlang bis ich ins Bett muss. Alles darüber hinaus bereitet mir Qualen. In meinem Kopf stimmt, sobald ich Feierabend habe, gar nichts mehr. Feierabend hat derzeit nichts, was mich in irgendeiner Weise reizt. Dunkelheit, Kälte, schlechte Laune. Meine Wochenenden finde ich ähnlich stressig und wenig erbaulich. Alles was von der Routine abweicht bedeutet Stress und die Routine selbst widert mich an. Und ja, mir ist bewusst, dass das Problem irgendwo in meinem Kopf sitzt, aber es hilft mir nicht, weil ich nicht weiß, was ich dagegen tun kann. Ich überlege ernsthaft, ob ich vielleicht nach der Arbeit wirklich nichts mehr mache. Dienstags und donnerstags bleibe ich seit kurzem schon zu Hause, aber ich denke, dass ich auch mittwochs nicht mehr raus sollte. Irgendwie muss der Kopf befreit werden, ohne dass ich ihn abschraube und wegwerfe. Vielleicht muss ich leben wie früher. Nur noch Fertiggerichte aus der Dose, die schnell fertig sind, zu mir nehmen, aus dem Topf essen und ansonsten nur rum liegen, Musik hören, schlafen und aus. Und diese verfickte Dunkelheit macht mich völlig fertig und endet nicht vor April. Bis dahin ist wahrscheinlich nichts mehr von mir übrig, wenn das so weiter geht. Jedes Jahr wird es schlimmer. Oder werde ich jedes Jahr schlimmer? Wann endet dieses freudlose Leben ohne Spaß? Vor meinem Tod oder erst mit meinem Tod? Irgendwann, so viel scheint sicher, komme ich aus so einer Phase nicht mehr raus. Vielleicht ja schon dieses Mal. Selten fühlte ich es so deutlich, dass ich unglücklich bin. Was positive Gefühle angeht, bin ich völlig erkaltet. Spaß habe ich auch keinen mehr, fast alles ist nur noch schwer. Lediglich im Büro geht es noch, doch auch da muss ich mich zusammenreißen, um die Teilnehmer nicht als lästig zu empfinden und mich um sie zu kümmern. Dass ich nicht schon gestorben bin, erkenne ich nur daran, dass ich noch negative Gefühle habe. Es könnte sich theoretisch um das Boreout-Syndrom halten, aber das ist mir zu theoretisch. Vielleicht ist es auch eine Depression. Oder doch nur ein kleines Tief, welches im Frühjahr wieder verschwindet. Falls ich es bis dahin durchhalte und mich nicht vorher einfach auflöse. Wobei das vermutlich die beste Lösung wäre. Auflösen und nicht mehr existieren. Als hätte es mich nie gegeben. Interessanter Gedanke.

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