Jacken kaufen in Zeiten des Coronavirus

Es ist mittlerweile fast fünf Jahre her, dass ich mir Jacken für die kalte Jahreszeit gekauft habe. Nach einer Art Kaufrausch verließ ich mit gleich drei Jacken für die kalte Jahreszeit und einem Sakko damals den Laden und hätte nie gedacht, dass es so lange dauern würde, bis ich mir wieder Jacken für die kalte Jahreszeit kaufen würde. Eine von diesen Jacken für die kalte Jahreszeit trage ich fast nie, weil sie etwas zu groß ist. Ich habe sie damals nur gekauft, weil man eine Jacke gratis dazu bekam. Seit zwei Jahren will ich mir neue Jacken für die kalte Jahreszeit kaufen, doch irgendwie kam es nie dazu. Dieses Jahr sollte es klappen, aber dann kam die Corona-Pest und mein Frust bezüglich meiner Jacken fing an mich zu nerven. Am Wochenende komme ich, möglicherweise spontan, auf die Idee, am Montag nach Dortmund zu fahren und meinem Elend ein Ende zu bereiten. Wirklich sicher, ob ich meine Idee umsetzen werde, bin ich aber nicht.

Da ich heute tatsächlich keinen Arzttermin habe und alles darauf hindeutet, dass es ein sonniger Tag wird, schaue ich auf der Webseite von C&A nach, ob es da Jacken für mich gibt, die günstig sind, aber trotzdem zu meinem Erscheinungsbild passen könnten. Auf der Seite gibt es einige Jacken, die ich interessant finde und natürlich könnte ich diese Jacken sogleich bestellen, doch Jacken bestelle ich nicht gerne, weil die Gefahr, dass sie nicht passen oder nicht gefallen, zu groß ist und ich keine Lust habe, Sachen zurück zu schicken. So geht es nach dem Mittagessen mit Petra ab nach Dortmund. Es sind nicht wirklich viele Menschen auf dem Westenhellweg anzutreffen. Man kann bequem zu seinem Ziel gelangen, ohne den Masken tragenden Zombies zu nahe zu kommen. Die Maske kann man übrigens, wie ich schnell feststelle, ablegen, wenn man etwas trinkt oder isst. Wenn man das Glück hat, dass man gerne Zigaretten konsumiert, kann man sogar häufig und auch länger auf seine Maske verzichten. Weil ich es auch weiterhin irgendwie absurd finde, dass man in freier Wildbahn eine Maske tragen muss, überlege ich kurz, Petra um eine Zigarette zu bitten, um diese als Vorwand nutzen zu können, die Maske abzulegen. Weil Zigaretten furchtbar stinken, finde ich die Idee aber direkt wieder blöd. Also sehe ich es positiv, weil die Maske mein Gesicht warm hält und man mich nicht erkennt unter meinem albernen, selbst kreierten Haarschnitt. Bei C&A laufen auch nur vereinzelten Maskenzombies herum, so dass man viel Platz hat, um sich in Ruhe umzuschauen, was ich durchaus angenehm finde. Schnell entdecke ich direkt eine der Jacken, die mir schon auf der Webseite aufgefallen ist. In Größe M finde ich sie etwas zu weit und uncool, weshalb ich es mit Größe S versuche. Durchaus etwas eng, aber besser eng als schlabberig. Besser eng und schlabberig klingt fast schon schlüpfrig, wie ich finde. Sofort ist klar, dass ich die Jacke kaufen werde. Dennoch verzichte ich zunächst darauf sie mitzunehmen, um mich in anderen Geschäften umzusehen. Das ist irgendwie bescheuert, weil ich die Jacke eh kaufen will und so später wieder zurückkommen muss. Aber weil ich oft bescheuert bin, ist es auch egal. Auch die anderen Geschäfte sind fast schon beängstigend leer, was mir zwar gefällt, was aber sicher problematisch ist, wenn das noch Monate so weiter geht. Irgendwann stehen die Geschäfte dann sicher leer und ich kann nicht mehr einkaufen und all die Angestellten sind arbeitslos. Der Gedanke gefällt mir irgendwie nicht. Ebenso wenig gefällt es mir Jacken anzuprobieren, wenn ich eine Maske trage. Aber darauf kann ich keine Rücksicht nehmen. Dennoch bin ich etwas frustriert, weil ich keine weitere Jacke, die meinen Ansprüchen genügt, finde. Daher gehe ich zu Deichmann und probiere ein paar Schuhe an, weil mir ein Paar der Schuhe, die ich vor meinem Urlaub kaufte und im Urlaub anhatte, einfach zu unbequem ist. Schuhe mit Maske anprobieren finde ich noch anstrengender und uncooler, weshalb ich die Aktion rasch beende, da ich theoretisch sowieso genug Schuhe habe. Andererseits kann man nie genug Schuhe haben. Dennoch geht es wenig später zurück zu C&A, wo ich die Jacke nochmal anprobiere und mitnehme. Auf dem Weg zur Kasse entdecke ich noch eine Jacke, die nicht ganz so gut gefüttert und optisch auch nicht so überzeugend ist. Da mich der Preis aber überzeugt, probiere ich sie an und nehme sie auch mit, weil alles andere albern wäre und keinem helfen würde.

Zu Hause angekommen entsorge ich direkt eine Jacke, die schon eine ganze Weile länger als fünf Jahre in meinem Besitz ist und die ich, obwohl ich sie zuletzt häufig getragen habe, einfach nicht mehr sehen kann. Die Jacke hat mich optisch mit ihren Flecken, die sich nicht mehr entfernen lassen, einfach nicht aufgewertet. Eher im Gegenteil. Damit ist nun Schluss und ich hoffe, dass es nicht wieder fünf Jahre dauert bis ich mir neue Jacken zulege.

2 Kommentare

  1. Machen sie es sich so wie ich. Ich habe 8 gleiche Oberteile für den Winter plus 8 identische Jeans. Für den Sommer haben ich ebenfalls 8 gleiche Oberteile und 8 gleiche Leggings. Alle sind schwarz.
    Als jackstück dient mir ein M 51 parka. Im Winter mit und sonst ohne Futter. Schuhe, doc martens oder blundstones. Im Sommer Flipflops. So spare ich viel Zeit und dabei steht mir das ganze noch. Ich Feier mich. ???????

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