Damals – April 2008

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass ich im Jahr 2008 vermutlich meine beste Zeit hatte, was Frauen betrifft. Scheinbar war ich beliebt und kam gut an. Dumm nur, dass mir das damals nicht wirklich bewusst war und ich es nicht wirklich zu schätzen wusste. Ich war halt schon immer ein Idiot.


Schade
Abends bin ich mit Loerz im FZW. Es ist nicht viel los. Als wir in den unteren Bereich gehen entdecke ich vier Frauen, die an einem Tisch stehen. Ich habe das Gefühl, dass die Blonde mich anlächelt. Ich lächle zurück, was die Frauen scheinbar sehr amüsiert, denn sie fangen unverzüglich alle gleichzeitig an zu lachen. Das hat man davon, wenn man mal freundlich sein will. Um mir weitere Peinlichkeiten zu sparen wende ich den vieren den Rücken zu. Kurze Zeit später steht die Blonde neben uns und spricht uns an. Leider verstehe ich nicht so viel, da sie sich dem Loerz zuwendet. Sie sagt wohl, dass sie vier Frauen sind, die ihren Spaß haben wollen und fragt, ob wir rüber an ihren Tisch kommen möchten. Loerz lehnt sofort ab. Er sagt, dass wir oben noch verabredet sind. Als die blonde Frau nicht sofort geht, verabschiedet er sich von ihr und deutet ihr an, dass sie gehen möge. Mir teilt er mit, dass die Frauen ihm nicht gefallen und wir gehen nach oben.

Oben ist auch nicht viel los also beschließen wir, wieder nach unten zu gehen. Unten treffen wir auf zwei Bekannte mit denen wir uns unterhalten. Als die beiden tanzen gehen schaue ich kurz zu dem Tisch mit den vier Frauen herüber. Die Blonde gibt mir ein Zeichen, dass ich rüber kommen soll. Ich gehe rüber, Loerz bleibt zurück. Schnell ist klar, dass es etwas zu laut für ein Gespräch ist und dass die blonde Frau nichts mit meinem Humor anfangen kann. Das kann ja heiter werden. Wir plaudern ein wenig, allerdings weiß ich nicht so wirklich worüber. Es ist definitiv zu laut, was das Gespräch nicht unbedingt einfacher macht. Ich weiß auch nicht, warum sie mich anfasst. Ich fasse sie nicht an. Wir kennen uns doch kaum. «Wenn Du zu Deinem Freund gehen möchtest, um darüber nachzudenken, ob du überhaupt hier sein willst, dann ist das okay.» – «Warum sollte ich darüber nachdenken wollen?» – «Manchmal geht man irgendwo hin und fragt sich dann, ob man überhaupt da sein will. » – «Ach so. Ich möchte jetzt nicht rüber gehen und nachdenken möchte ich auch nicht.» Ich glaube, die Frau ist etwas schräg drauf. Kann am Wein liegen, kann aber auch ihr Allgemeinzustand sein. Ich weiß es nicht. Nach ein paar weiteren Sätzen geht sie tanzen und ich zurück zu Loerz und den beiden Bekannten. Die Blonde lächelt immer wieder zu mir rüber und ich lächle zurück. Bin ja schließlich ein netter Mensch, aber auch völlig verwirrt. Wenig später kommt sie zu mir. «Wenn man nett ist, dann bekommt man alles, was man haben möchte.» – «Ist das so? Dann sollte ich vielleicht auch mal nett sein.» – «Man muss aber auch wissen, was man haben will.» – «Aha.» – «Ich weiß genau was ich will.» – «Das ist gut.» – «Und weißt Du, was Du willst?» – «Manchmal.» «Also ich will meinen Spaß haben. Deshalb habe ich Dich angesprochen. Aber wenn Du weiter mit der anderen Frau sprechen willst, dann habe ich halt Pech gehabt.» Dazu fällt mir nichts ein. So gucke ich sie nur an und warte was sie als nächstes von sich gibt. Bevor sie etwas sagen kann taucht ihre Schwester auf. Die Schwester gefällt mir irgendwie besser, doch das behalte ich für mich. «Also wir stehen da drüben und wenn Du Lust hast, dann komm doch einfach rüber.» – «Okay.» Ich glaube nicht, dass ich rüber gehen werde, weil ich ziemlich bescheuert bin und nicht weiß, was ich tun soll, aber man weiß ja nie was passiert. Ich merke ja nicht einmal, wenn ich angemacht werde. Oder ich will es nicht merken.

Als sich unsere Bekannten von uns verabschiedet haben, gehen wir in die Nähe der Frauengruppe. Loerz meint, dass es Zeit wird an Frauenhaaren zu riechen. Da die blonde Frau zufällig vor ihm steht, will er an ihren Haaren riechen. Dummerweise dreht sie sich genau in dem Moment um, als er losschnuppern will. Er sagt ihr, dass er traditionell an Haaren riechen muss und er an ihren Haaren riechen will. Sie guckt ziemlich überrascht. Vermutlich hält sie ihn für einen Spinner. Das hält ihn allerdings nicht davon ab an ihren Haaren zu riechen. Nun sagt er ihr auch noch, dass er manchmal nicht nur an Haaren riecht, sondern auch ein paar Haare abschneidet und diese in einem Einmachglas sammelt. Sie lacht, aber normal findet sie das mit Sicherheit nicht. Zeit zu gehen. Nachdem Loerz sich verabschiedet hat bin ich an der Reihe mich zu verabschieden. «Vielleicht sieht man sich ja mal wieder.» Mehr fällt mir nicht ein. Sie guckt mich an, fasst mir an den Bauch und sagt nur «Schade.» Ich umarme sie kurz, gebe ihr einen Kuss auf die Wange und bin weg. So leicht bin ich scheinbar doch nicht zu haben.

LEIBNIZ Erdnuss Spaß
Seit einiger Zeit sage ich Frau Klein, dass sie mir LEIBNIZ Kekse mitbringen soll. Natürlich macht sie das nicht.
Seit letzter Woche verlange ich von Bröckelchen ebenfalls, dass sie mir Kekse mitbringt. Heute kommt sie mit einer Tüte zu mir, stell diese auf meinen Tisch und sagt “Hier für Dich.” In der Tüte befindet sich eine Packung LEIBNIZ Erdnuss Spaß. Auf die Frage womit ich das verdient habe sagt sie, dass ich seit längerem von Frau Klein Kekse verlange, diese aber keine mitbringt, weshalb sie mir nun welche mitgebracht hat. Ich bin entzückt, was Frauen alles für mich tun. Es scheint so als wäre ich ein beliebter Typ. Mal schauen, was ich noch alles verlangen kann.

Zweites Date mit Emma
Nachdem sie nur dreißig Minuten zu spät zu unserem Treffen erscheint, wandern wir ins Bermudadreieck, setzen uns in ein Café und ich beschließe, dass mein Plan bei ihr im Bett zu landen Scheiße ist. Und dass nicht nur, weil ich es eh nicht hinkriegen würde, sondern auch, weil ich nicht will. Geschickt sorge ich dafür, dass unser Gespräch schön oberflächlich bleibt. Außerdem finde ich, dass es nicht gut, ist, wenn sie mich für einen coolen Typen hält. Nach einer Weile, wir haben inzwischen die Lokalität gewechselt und sitzen auf einem gemütlichen Ledersofa, sagt sie, dass ich eiskalt und irgendwie kompliziert bin. Gut möglich, dass sie Recht hat.

Mir wird plötzlich alles zu privat und als sie mich fragt, warum ich mich ein zweites Mal mit ihr treffe, sage ich ihr, dass es besser ist mich mit ihr zu treffen als alleine vor dem Fernseher zu sitzen. Schlagartig habe ich verschissen und sie hat keine Lust mehr mit mir zu reden. Jetzt tut sie mir Leid. Das hat sie nicht verdient. Nach einiger Zeit und vielen Versuchen, die Stimmung wieder zu kippen, bringe ich sie dazu wieder mit mir zu reden. Zwei Stunden erträgt sie mich noch, dann bringe ich sie nach Hause. Zum Abschied schenke ich ihr eine CD, die ich nicht mehr brauche. Ich gehe davon aus, dass sich das Thema Emma damit erledigt hat, esse meine Banane und fahre nach Hause. Wo kriege ich jetzt möglichst schnell eine Ersatzfrau her?


Die ganzen Geschichten und was sonst noch im April 2008 abging steht hier.

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