Oberwesel – Tag 2

Das Bett ist bequem, es gibt keine Nachbarn, die die Nacht durchquatschen und so schlafe ich gut und wache auf, weil die Vögel singen und die Sonne scheint. Bis ich gefrühstückt und geduscht habe, ist es aber vorbei mit der Sonne und es regnet. Glücklicherweise aber nicht zu lange, so dass ich später raus kann. Zunächst kaufe ich mir bei Aldi ein paar Kleinigkeiten zum Essen. Ich muss sagen, dass die Aldi-Filiale äußerst aufgeräumt daherkommt und mir besser gefällt als in Brambauer. Anschließend wandere ich kreuz und quer durch Oberwesel und muss mich ab und zu unterstellen, weil es regnet. Zum Glück sind es nur kurze Phasen und ich kann mich ansonsten dem orientierungslosen Wandern hingeben. Geocaching funktioniert auch weiter nicht, da ich einfach keinen Empfang habe.

Nach dem Mittagessen geht es hinauf zuz Burg Schönburg. Das ist anstrengend und meine Knie signalisieren gelegentlich ihre Unzufriedenheit. Es ist anstrengend hoch zu kommen, aber die Aussicht ist genau nach meinem Geschmack. Das Wetter allerdings nicht, denn mal ist es warm und die Sonne scheint, dann wird es dunkel und frisch. Wegen meines möglicherweise unpassenden Schuhwerks habe ich den Weg nach oben an der Straße entlang gemacht, doch weil mich Wanderwege mehr reizen, entscheide ich mich für den direkten Weg nach unten auf einem der vielen Rundwege. Der Weg ist nicht so eng und gefährlich wie befürchtet und so rutsche ich nur ab und zu ein wenig und komme gut voran. Bevor ich unten ankomme, erwischt mich der Regen und so kommt der Schirm zum Einsatz. Mit dem Schirm in der einen und der Wasserflasche in der anderen komme ich überraschenderweise doch unfallfrei an unten an.

Nach kurzer Pause geht es wieder los. Dieses Mal wandere ich auf der Stadtmauer entlang. Mein rechtes Knie hasst mich mittlerweile und irgendwann klettere ich von der Mauer runter und setze ich mich auf eine Bank. Dort bleibe ich über eine halbe Stunde einfach sitzen, weil ich völlig erledigt bin und zu meinem Glück die Sonne scheint. So sollte es eigentlich immer sein, aber das möchte das Wetter einfach nicht.

Zurück in der Wohnung mache ich mir später zwei Brötchen und ruhe mich etwas aus. Da es dunkel ist, beschließe ich, dass ich ein Vollbad nehme, doch zu meinem Bedauern muss ich feststellen, dass nur kaltes Wasser in die Wanne läuft. Vielleicht hängt das mit der Küche zusammen, da gibt’s auch nur kaltes Wasser. Immerhin kann man heiß duschen, aber das möchte ich jetzt nicht. Daher beschließe ich einen weiteren Spaziergang zu machen, doch schon nach wenigen Minuten sind die Schmerzen im rechten Knie kaum auszuhalten. Humpelnd schleppe ich mich zum Bahnhof, um ein weiteres 24 Stunden Ticket für den Benz zu kaufen. Jetzt räch es sich, dass ich den Benz nicht irgendwo parken wollte, sondern auf einem besonderen Parkplatz, der unendlich weit weg erscheint. Schmerzleidend schleppe ich mich zum Benz und kann wirklich kaum noch aufrecht gehen. Oft muss ich stehen bleiben, weil ich es einfach nicht mehr aushalte. Ich rede ironisch auf mich ein und finde mein ganzes auftreten ziemlich lächerlich. Seit mehr als zehn Jahren halten mich diese Schmerzen vom Joggen ab und nun auch von kleinen Urlaubswandrungen.

Am Ende des Tages habe ich 16,9 Kilometer zurückgelegt und es erscheint mir mehr als fraglich, ob ich in dem Zustand morgen noch viel unternehmen kann. Das ist irgendwie frustrierend, aber vermutlich auch nicht wirklich überraschend. Später schaue ich mir The Woman in the Window zu Ende an. Wirklich begeistern kann mich der Film leider nicht, aber ich bin zu entspannt, dass mich das stören könnte. Wenn ich nur etwas von der Entspannung mit in meinem Leben außerhalb der Reisen nehmen könnte, dann wäre sicher alles nur halb so frustrierend. Leider weiß ich nicht, wie das geht.

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