Damals – Juli 2008

Im Juli 2008 waren Frauen nicht mehr das große Thema, sondern es drehte sich fast alles nur um das Praktikum. Aber dennoch war es irgendwie aufregend.
Wie üblich, gibt es hier drei Texte, die einen kurzen Blick auf die gute, alte Zeit ermöglichen. Viel Spaß damit.


Offene Beziehung oder Ausschließlichkeitsbeziehung?
Bleibt es bei einer offenen Beziehung oder nicht? Wir vereinbaren, dass erstmal alles bleiben soll, wie es ist. Niemand von uns will eine Ausschließlichkeitsbeziehung, was mich irgendwie erleichtert.

Am Samstag kommt Ursula vorbei, um den alten Kühlschrank aus der Wohnung meines Onkels abzuholen. Das ist sehr schön, da wir uns eigentlich aus Zeitgründen vier Wochen nicht sehen sollten. Nachdem der Kühlschrank verstaut ist haben wir noch ein wenig Zeit. Und da wir ständig an uns rumfummeln dauert es nicht lange bis unsere Hosen geöffnet sind und runtergezogen werden. Sie möchte, dass ich sie von hinten am Sekretär nehme, was ich selbstverständlich sofort mache. Ich liebe unseren Sex, denn er ist irgendwie wild und frei. Nach der Nummer haben wir noch ein wenig Zeit, welche wir leidenschaftlich auf dem Fußboden verbringen. Irgendwann fragt sie mich, ob wir Notgeil sind. Ich verneine, obwohl ich vermute, dass wir es doch sind. Das ist definitiv die sexuellste Beziehung, die ich jemals hatte und ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht. Ich glaube, guter Sex ist eine gute und gesunde Sache.

Sechste Praktikumswoche
Es ist bereits nach 17.00 Uhr als mein Chef mich darauf hinweist, dass ein Kunde zu mir kommt, der ein Auto kaufen wird. Wie unpassend, wollte ich doch gerade eine Kleinigkeit essen. Da der Kunde bekanntlich König ist, bitte ich ihn in mein Büro. Er interessiert sich für einen Chevrolet Lacetti. Sehr interessant, da mir das Auto gänzlich unbekannt ist. Sage ich ihm aber nicht. Und dann mache ich erneut eine neue Erfahrung, denn wir verhandeln über eine Stunde. Knackpunkt ist sein altes Fahrzeug, welches ich nicht haben will. Und er will nicht kaufen, wenn sein Fahrzeug nicht wegkommt. Da eh gleich Feierabend ist, beschließe ich, dass die Verhandlungen zu nichts führen und lasse ihn gehen. Ich begleite ihn selbstverständlich nach draußen. Dort kommen wir allerdings nicht an, da mein Chef uns abfängt, ein wenig plaudert und den Kunden dann anweist mit mir in mein Büro zu gehen, um dort den Vertrag zu besiegeln. Alles deutet darauf hin, dass ich nicht pünktlich hier rauskomme. Der Kunde ist folgsam und folgt mir in mein Büro. Er zögert noch ein wenig und willigt dann in den Kauf ein. Mein Anteil an diesem Verkauf ist immens groß. Ich habe mein Büro zur Verfügung gestellt, ihm ein Glas Wasser gegeben, ihn rauchen lassen und am Ende einen Vertrag gebastelt, den er, nachdem ich ein paar kleine Änderungen vorgenommen habe, unterschrieben hat. Vielleicht werde ich der Verkäufer der Woche. Wenn man bedenkt, dass ich sogar 45 Minuten länger geblieben bin, um dem Kunden ein Auto zu verkaufen, dann kann nur ich der Verkäufer der Woche werden. Ich freue mich schon auf die Auszeichnung.

Etwas merkwürdiges ereignet sich am frühen Mittwochnachmittag. Ein Mann mit Krücken inspiziert die Fahrzeuge in unseren Ausstellungsräumen. Er spricht unsere Sprache nicht, weshalb er mir sofort zu verstehen gibt, dass er nicht belästigt werden will. Hin und wieder legt er seine Krücken weg, um in oder unter das eine oder andere Fahrzeug zu klettern. Außerdem begutachtet er jeden Motorraum und klopft hier und da, um die Qualität der einzelnen Fahrzeuge besser beurteilen zu können. Wir lassen ihn gewähren. Möglicherweise hat sein Therapeut ihm dieses Verhalten empfohlen oder er hat als Kind nicht mit Autos spielen dürfen. Jedenfalls ist er bei allem was er tut hochkonzentriert und sehr gründlich. Nachdem er unter einem Chrysler 300C gelegen hat ist es Zeit für ein paar Prospekte. Auch diese studiert er unglaublich genau. Ist er am Ende gar ein Spion? Nach über zwei Stunden ist der Spuk vorbei und keiner weiß, was das tatsächlich zu bedeuten hatte.

Emmas Comebackversuch
Knapp sechs Wochen nach ihrem Ausstieg aus meinem Experiment meldet sich Emma per SMS und möchte wissen, wie es mir geht und wie mein Praktikum läuft. Wir texten ein paar Mal hin und her. Sie schreibt, dass sie noch keinen Mann gefunden hat und ich schreibe ihr, dass ich mich regelmäßig mit Ursula treffe. Sie scheint ihren Ausstieg zu bereuen, denn sie schreibt „Manchmal fragt man sich halt warum man ne Entscheidung so getroffen hat. Aber seis drum.“ – „Du wirst Deine Gründe gehabt haben. Hättest Du doch nur etwas länger durchgehalten.“ – „Tja, hätte ich mal. Aber wie sagt man so schön: Lassen sie mich Arzt, ich bin durch.“ Da ich davon ausgehe, dass es ohne Experiment und mit dem Wissen, dass mit uns nichts laufen wird ein lockeres Wiedersehen geben könnte, schlage ich ihr vor, dass wir uns irgendwann mal auf einen Kaffee treffen können. Sie findet die Idee gut.

Zweimal verabreden wir uns zum Kaffee und zweimal sagt sie kurzfristig ab. Angeblich tut es ihr Leid. Ich teile ihr mit, dass ich sie für ihre Absagen bezahlen lasse. Sie fragt wie und ich schreibe, dass sie sich etwas einfallen lassen soll. “Fällt mir schwer bei der Basis, die da heißt „Wir trinken nur noch zusammen Kaffee.“ – „Wir könnten ja mal eine Ausnahme machen, wenn Du Deine goldene Regel brichst.“ – „Ich denk mal darüber nach, aber eigentlich gilt, lieber keine als zweite.“ – „Nun, Du musst ja keine Reihenfolge festlegen. Bringt nämlich nichts und küssen ist gesund. Besser gut geküsst als gar nicht.“ – „Das ist natürlich ein Argument. Küssen ist ja auch super.“ – „Und wir haben beim Küssen sehr gut harmoniert. Das ist ein weiteres Argument.“ – „Ja, war definitiv schön. Zwei gute Argumente.“ – „Also wenn wir uns treffen und Du Lust hast, gib mir ein Zeichen. Oder küss mich einfach. Mir würde es gefallen und Dir auch.“ – „Ich küss Dich dann einfach. Bin ja mutig.“ Und so einigen wir uns darauf, dass wir uns am Sonntag treffen.


Was sonst noch im Juli 2008 passiert ist, kann hier nachgelesen werden.

4 Kommentare

  1. Sekretär 🤔 interessante Dreiecksbeziehung.

  2. Ein Sekretär mit zwei Menschen im Verkehr, der hat es schwer.

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