Silvester 2021

Es ist etwa 02.45 Uhr als ich aufwache, weil ich Sodbrennen habe. Ich stehe auf, gehe etwas durch die Wohnung und zur Toilette, doch statt besser, wird es schlechter und ich bekomme auch noch kräftige Magen- und Darmprobleme dazu. Etwa zwei Stunden gehe ich in der Wohnung auf und ab und kann anschließend auch nicht mehr wirklich schlafen. Das kommt davon, wenn ich mich abends mit Süßkram vollstopfe, mich kaum bewege und dann ins Bett klettere. Blödheit wird bestraft und das zurecht. Als ich irgendwann aufstehe, geht es dem Darm noch immer nicht gut. Der letzte Tag des Jahres kann mich bisher nicht begeistern. Nachdem ich nochmal auf der Toilette war, Eubiol genommen und gegessen habe, wird es besser. Jetzt ist es die Müdigkeit, die am meisten stört.

Weil die traditionelle Silvesterrunde seit letztem Jahr bei mir stattfindet, muss ich die Wohnung ein wenig putzen, auch wenn ich das morgen dann wieder tun muss. Aber wenn Gäste kommen, sollte eine Wohnung einigermaßen passabel aussehen. Nachdem das erledigt ist, machen Petra, Manni und ich bei frühlingshaften Temperaturen einen Spaziergang durch den Ort zum Verlieben. Möglicherweise werden wir für immer hier wohnen bleiben.
Zurück zu Hause putze ich das Bad, bevor ich mich eine Weile hinlege, weil ich völlig erledigt bin. Meinem Darm geht es noch immer nicht gut, was mich ein wenig enttäuscht. Ein paar Minuten schlafe ich, dann muss ich mich frisch machen.

Gegen 19.15 Uhr sind die Gäste da und wir bereiten die Leckereien für den Abend vor. Dann beginnt die traditionelle Silvesterrunde. Im Gegensatz zu Manni und mir hat sich Petra für den Abend schick gemacht. Sie weiß halt, was sich gehört.
Zu essen gibt es natürlich auch heute mehr als genug und weil es einfach dazugehört, reden wir über unsere Vorsätze fürs kommende Jahr. Selbst Petra hat im nächsten Jahr große Pläne. Sie will einen Schwerbehindertenausweis beantragen und wenn sie keinen bekommt, oder nur 30 Prozent, wird sie unverzüglich eine Depression bekommen. Und nächstes Jahr will sie ihre Steuererklärung auf jeden Fall vor Weihnachten machen. Das sind doch ordentliche Vorsätze, damit kann man arbeiten. Manni, der seine Vorsätze auch meist umsetzt, dieses Jahr hat er sich, wie angekündigt, ein Cabrio gekauft, sagt, dass er an materiellen Dingen eigentlich alles hat. Bis auf einen E-Scooter. Möglicherweise legt er sich nächstes Jahr einen zu. Was er allerdings auf jeden Fall machen will, ist sich öfter mit Frauen treffen. Außerdem will er sich eine Sitzgruppe aus Paletten bauen für den Garten. Und er und Petra wollen zusammen eine Caching-Tour mit dem Paddelboot machen, weil Manni ein solches Boot besitzt. Ich will nächstes Jahr weniger zuckerhaltigen Süßkram kaufen, weil das nicht wirklich gesund ist und meine Figur darüber hinaus unnötig verformt. Zunächst hatte ich mir überlegt, ob es sinnvoll ist, wenn ich mir vornehme, dass ich mich in diesem Jahr mit drei Frauen treffe, aber obwohl es sicher machbar wäre, gehe ich auf Nummer sicher und entscheide, dass ich nächstes Jahr drei Frauen „Hallo“ sagen will. Die Idee finden Manni und Petra blöd, weil das jeder kann. Selbst die Idee, wildfremden Frauen „Hallo“ zu sagen, finden die beiden nicht gut. Ich bleibe aber dabei, dass es eine prima Idee ist, einfach drei Frauen „Hallo“ zu sagen. Außerdem sollten Vorsätze zumindest ein wenig realistisch sein, weshalb an dem Vorsatz nichts geändert wird. Darüber hinaus nehme ich mir vor, dass ich öfter mit dem Benz fahre, denn dieses Jahr wird er 30. So viele Jahre bleiben uns schließlich nicht und was nützt einem ein cooles Auto, wenn es meist nur in der Garage steht? Etwas mehr Sport wäre auch ein guter Vorsatz, obwohl ich da mittlerweile jedes Jahr dran scheitere. Aber ich muss es mir einfach vornehmen. Manni findet die Idee so gut, dass er sagt, dass auch er mehr Sport machen will im nächsten Jahr. Drei Urlaube würde ich gerne auch im nächsten Jahr machen, doch irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Corona-Pest mir da in die Quere kommen könnte. Außer Corona sollte mich aber nichts stoppen können. Nachdem das geklärt ist, nähern wir uns immer mehr dem Jahreswechsel. Auch heute läuft die ganze Zeit Clubland Radio UK. Was mir gut gefällt ist die Tatsache, dass auf den Straßen relativ wenig geböllert wurde im Laufe des Tages und auch jetzt noch nicht viel mehr als einem normalen Wochenende geknallt wird. Fast überraschend ist es so weit, wie erheben unsere mit Wasser und Cola gefüllten Gläser und prosten uns zu. Dieses Jahr wird nicht angestoßen, ob das Auswirkungen auf uns haben wird, wissen wir spätestens in zwölf Monaten. Wir gehen auf den Balkon und schauen uns das Silvesterfeuerwerk an. Deutlich weniger gibt es zu sehen als noch im Vorjahr. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Feuerwerk mag ich, Knaller, die nur explodieren, finde ich blöd. Als ich noch jung war, sah ich das natürlich ganz anders. Es ist eigentlich auch viel zu warm für eine Silvesternacht, aber da können wir jetzt auch nichts dran ändern. Eine Weile stehen wir noch verwirrt auf dem Balkon herum, dann gehen wir wieder rein. Clubland Radio UK spielt im neuen Jahr nur noch Musik, die uns nicht zusagt, weshalb wir zu Dance UK wechseln. Das ist ganz nach unserem Geschmack. Mehr und mehr greift eine Trägheit nach uns, wir texten noch mit ein paar Bekannten, senden die obligatorischen Neujahrsgrüße, bevor die beiden gegen 01.15 Uhr aufbrechen, nachdem wir noch ein wenig aufgeräumt haben. Das war sie, unsere wilde Silvesterparty.

4 Kommentare

  1. Die Sitzgruppe aus Pailletten möchte ich sehen. Den Vorsatz betreffend Benz finde ich ausgezeichnet (das wird auch klappen, wenn das Coupé dann mal ganz aussteigt). Bei uns war noch viel mehr Böllerei als üblich, was mich nicht erfreut hat. E guets Nois!

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