Damals – September 2009

Auch im September 2009 gab es noch die eine oder andere Frau, die meiner Unterhaltung diente. Heute erscheint es mir komplett unrealistisch, dass ich es war, der das damals alles erlebt hat. Der Typ von damals scheint mit dem, der ich heute bin, nicht viel gemeinsam zu haben. Zumindest nicht in Bezug auf Frauen. Nachfolgend wieder drei Texte von damals. Viel Spaß. Ich hatte ihn.


Sabine
Als Sabine einige Minuten nach dem verabredeten Zeitpunkt noch nicht bei mir eingetroffen ist, mache ich mir leichte Sorgen, ob sie auf dem Weg zu mir verunglückt ist. Wird es am Ende doch nichts mit dem geplanten Filmabend? Kurze Zeit später klingelt sie allerdings an meiner Tür. Sie ist glücklicherweise nicht verunglückt und so sehen wir uns jetzt zum ersten Mal nachdem wir uns monatelang nur virtuell gekannt haben. Sie ist 1,65m, schlank und hat dunkle Haare. Sie sieht allerdings etwas anders aus als auf den Fotos, die ich von ihr kannte. Das macht aber nichts, weil sie ja jetzt hier ist und ich sie nicht nach Hause schicken kann, nur weil ich glaube, dass sie anders als auf den Fotos aussieht. Ich sehe ja vielleicht auch anders aus, was Sabine mir wenig später bestätigt. Und so einigen wir uns darauf, dass wir nicht ganz so aussehen wie erwartet, aber dennoch zufrieden sind. Wir verstehen uns außerdem besser als erwartet, was zur Folge hat, dass wir uns ausführlich unterhalten. So dauert es eine ganze Weile bis wir es schaffen mit dem Film, Stirb langsam 3, anzufangen. Und da es keinen Sinn macht, wenn man sich gut versteht, weit voneinander entfernt zu sitzen, setzt sie sich ganz nah zu mir und es dauert nicht lange, bis meine Hände auf Alltagstauglichkeit getestet werden, was bedeutet, dass die Handlinien begutachtet werden. Eine gute, fast unverfängliche Art jemanden zu berühren und so zu testen, ob er unter Berührungsängsten leidet. Anscheinend haben wir beide keine Berührungsängste und als der Film endlich läuft sitzen wir so eng beisammen, dass ich es wage, meinen Arm um sie zu legen. Nachdem ich das gemacht habe, dauert es auch nicht lange bis wir uns ganz spontan küssen. Ich liebe es zu küssen. Nach dem Film folgt eine Raucherpause auf dem Balkon. Wobei allerdings nur sie raucht, was daran liegen könnte, dass ich Nichtraucher bin. Es folgt Film zwei, Stirb langsam 4. Gegen 02.30 Uhr sind wir müde und beschließen schlafen zu gehen. Ich frage sie, ob sie mit mir im Bett schlafen will oder die Couch bevorzugt. Zum Glück lehnt sie die Couch ab und wir gehen ins Bett. Ich lösche das Licht und irgendwie geraten unsere Lippen in der Dunkelheit nochmal aufeinander. Kaum tun unsere Lippen das, sagt sie: “Ich will aber nicht mit Dir schlafen.” Das trifft sich gut, da ich derzeit an vorübergehender Impotenz leide, was mich allerdings nicht davon abhalten würde trotzdem mit ihr zu schlafen, wenn sie es verlangen würde. Ihr Körper wäre schon eine Sünde wert. Wir küssen uns noch eine Weile, verzichten dabei aber völlig auf unsittliche Berührungen. Irgendwann brechen wir das Küssen ab und versuchen zu schlafen.

Was wird denn das?
Den Nachmittag verbringe ich mit Leonetta. Es geht ihr ein wenig besser, sie trägt nicht wie bei meinen letzten Besuchen ihr gemütliches Joggingoutfit, sondern eine sehr gut sitzende Jeans und ein ebenso gut sitzendes Oberteil. Irgendwie sieht das sexy aus. Ich weiß allerdings nicht, ob ich das gut finden soll. Wir gehen in die Stadt und während wir so daher spazieren, fasst sie mir an den Hintern. Nicht, dass ich das nicht gut finden würde, aber ich weise sie darauf hin, dass ich diese plumpe Anmache doch etwas unpassend finde.
Als wir später bei ihr auf dem Balkon sitzen, fängt sie an mit ihrem Fuß an meinem Bein entlang zu fahren. Als sie höher und höher wandert, schaue ich kurz zu ihrem Fuß und sie dann streng an. Sofort unterlässt sie den Unsinn. Was ist denn heute mit ihr los? Ist sie scharf auf mich? Will sie mich hier verführen? Wir sind platonisch, daher geht das nicht. Bevor es hier weitere Angriffe gibt, sage ich ihr, dass ich nun gehen muss und begebe mich Richtung Ausgang. Sie folgt mir und wir umarmen uns zum Abschied. Die Umarmung dauert länger als sonst, sie lässt mich einfach nicht los, drückt mich an sich, streichelt meine Arme und ich merke, wie es beginnt mich anzumachen. Da es vollkommen unangebracht ist jetzt rollig zu werden, bereite ich alles für den üblichen Abschiedskuss vor. Doch irgendwas läuft hier falsch, denn plötzlich habe ich ihre Zunge in meinem Mund. Das haben wir uns doch abgewöhnt und küssen uns doch eigentlich nicht mehr auf diese Weise. Dummerweise verliere ich kurz die Kontrolle und mache mit. Jetzt bin ich endgültig geil. Ich löse mich von ihren Lippen, versuche cool zu wirken und sage: “Das machst Du doch nur, damit ich öfter zu Dir komme.” – “Stimmt. Kommst Du heute Abend zu mir?” – “Nein!” Ich nutze ihre Enttäuschung zur Flucht, winke ihr noch kurz zum Abschied und bin weg. Das war jetzt aber verdammt knapp. Beim nächsten Mal muss ich auf ihre Angriffe besser vorbereitet sein. Sonst werde ich vernascht und dann haben wir den Salat.

Putzfrau
Früher hingen häufig Zettel mit folgendem Text aus, wenn jemand eine Putzfrau suchte: “Wir suchen eine zuverlässige Putzhilfe für eine 100m² Wohnung.” Darauf meldeten sich oft Frauen aus dem Ausland, die zwar kaum deutsch, aber wunderbar putzen konnten. Heute kann das ehemalige Putzpersonal noch immer kein deutsch, hat aber scheinbar genug Geld, um sich selber eine Putzfrau zu leisten. Und deshalb hängen heute solche Zettel aus: “Wir sucht putze frau”. Wie die Zeiten sich doch ändern.


Wer nun noch wissen möchte, was mir im September 2009 noch passiert ist, der klickt einfach hier.

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