Damals – April 2010

Es ist mal wieder an der Zeit für einen Blick in die Vergangenheit, die unfassbar lange zurückliegt. Auch im April 2010 war ich noch recht aktiv und hatte möglicherweise ein aufregenderes Leben als heute. Zumindest habe ich mehr erlebt. Aber ich war auch Arbeitslos und hatte mehr Zeit und Energie. Drei der alten Texte, präsentiere ich, wie es Tradition ist, nachfolgend und wünsche viel Spaß beim lesen.


Stöhnen
Pure Langeweile und die Hoffnung auf erotische Momente, führen mich erneut in einen Chat. Wie üblich, sind die Frauen nicht wirklich daran interessiert mit mir zu kommunizieren. Lediglich Tini aus Köln lässt sich auf eine Unterhaltung ein. Sie ist angeblich 23 Jahre und hat keinen Freund. So sagt es zumindest ihr Profil. Während der Unterhaltung hat sie dann aber doch einen Freund der möchte, dass sie mit einem anderen Mann schläft. Klingt zwar unglaubwürdig, aber da ihr dieses Gespräch so am Herzen liegt, spiele ich mit und schreibe, dass ich gerne dazu bereit bin und es entsteht folgender Dialog.
“Ich blase sehr gerne.”
“Prima. Alles andere wäre auch albern.”
“Würdest Du Dir denn auch von meinem Freund einen blasen lassen?”
“Wieso das?”
“Er hat gesagt, dass er das mal ausprobieren möchte.”
“Interessant.”
“Was magst Du denn?”
“Also Analsex ist ein Muss.”
“Das mag ich nicht so. Tut weh.”
“Das mag sein.”
“Würdest Du denn meinen Freund auch in den Arsch ficken?”
“Wieso das?”
“Er soll spüren, wie es sich anfühlt, weil er das auch immer von mir will.”
“Klingt vernünftig.”
Da wir nun an einem Punkt sind, an dem ich Lust habe spazieren zu gehen, verabschiede ich mich von ihr und sie fragt nach meiner Nummer, weil sie für mich stöhnen möchte. Ich überlege kurz, gebe ihr dann meine Nummer und schon klingelt es. Ich melde mich und schon stöhnt sie los. Sie klingt komisch, jung, interessant und ich frage mich, warum sie das tut und ob es sich auch so anhört, wenn sie wirklich Sex hat. Leider werde ich das nie erfahren.

Cori
Sie hat sich gut auf unser Treffen vorbereitet. Das Begrüßungsgeschenk, eine Banane, liegt auf dem Tisch und dazu hat sie eine breite Themenauswahl mitgebracht. Außerdem sagt sie mir, dass sie mich einlädt. Ich bin ihr sehr dankbar dafür, da ich nichts mitgebracht habe. Weder ein Geschenk, noch Gesprächsthemen. Weitere Pluspunkte sammelt sie für ihre schwarz lackierten Fingernägel. Da steh ich nämlich drauf. Unser Gespräch ist erst wenige Minuten alt, als sie mir ein weiteres Geschenk macht. Ein Buch mit dem Titel Leben lernen. Sehr passend. Ich glaube, ich mag sie.
Nach etwa zwei Stunden scheint sie ein wenig gelangweilt von mir und ruft eine Freundin an, um diese zu fragen, ob sie sich mit uns treffen will. Verständlicherweise lehnt diese ab. Sie hat vermutlich keine Lust sich zu langweilen. So muss Cori den Rest des Abends alleine mit mir verbringen. Ich finde das okay, weil ich zwei Frauen sicher nicht verkraftet hätte. Nicht in meinem Alter und erst Recht nicht in meinem Zustand. Nach einer Weile schlägt Cori vor, dass wir den Laden verlassen und einen Müllberg besteigen. Da ich noch nie mit einer Frau auf einem Müllberg war und mir erhoffe, dass wir nicht nur auf den Müllberg steigen, um auf einen Müllberg gestiegen zu sein, bin ich einverstanden. Auf dem Weg zum Auto fällt mir auf, dass Cori kleiner als erwartet ist. Dafür hat sie ein tolle Figur und ich muss gestehen, dass ich sie spätestens jetzt gerne küssen würde. Sie sagt, dass ich, als sie zu Beginn unseres Treffens noch nüchtern war, nicht dem Bild, das sie von mir hatte, entsprach. Jetzt im angetrunkenen Zustand schon eher. Nun ist es schon so weit, dass Frauen sich einen antrinken müssen, um mich erträglich zu finden. Vielleicht sollte ich doch besser aufhören mich mit Frauen zu treffen. Hinterher werden die alle noch meinetwegen zu Alkoholikerinnen. Das möchte ich nicht. Andererseits ist es durchaus möglich, dass durch Alkohol enthemmte Frauen enthemmter sind. Ich werde das bei Gelegenheit mal überprüfen.

Auf dem Müllberg finden wir einen gemütlichen Platz mit schöner Aussicht aufs Centro. Ich bin zufrieden und genieße den Ausblick und die Gesellschaft. Jetzt ist eigentlich eine gute Gelegenheit für einen Annäherungsversuch, aber ich sehe mich einfach nicht in der Lage, sie heute zu verführen. Sie ist zu cool und ich bin es gerade absolut nicht. Und ich weiß jetzt schon, dass ich es bereuen werde, sie nicht geküsst zu haben, aber mir ist jetzt schlecht und ich bin maßlos mit der Situation überfordert. Eine ständige Nebenwirkung, die mir Verabredungen mit Frauen immer wieder vermiest. Anstatt zu handeln fange ich an zu denken und dann geht einfach gar nichts mehr. Als Folge meines Zustands werde ich immer einschläfernder und wir verwerfen den Plan, noch etwas zusammen trinken zu gehen. Dafür schlägt sie vor, dass wir zu ihr fahren. Normalerweise mache ich so etwas ja nicht beim ersten Treffen, aber ich denke, dass ich heute eine Ausnahme machen kann und nehme ihren Vorschlag an. Vielleicht ist sie enthemmt genug, sich in ihrer Wohnung für mich auszuziehen.
Bei ihr zu Hause angekommen bietet sie mir Leitungswasser an. Vermutlich bekommen nur unterhaltsame Menschen Wasser mit Kohlensäure. Dann bekomme ich die Aufgabe, ihrem Orakel eine Frage zu stellen. Scheinbar weiß das Orakel, dass ich ein Ungläubiger bin und verweigert die Antwort. Als es auch meine zweite Frage nicht beantworten will, brechen wir die Fragen ans Orakel ab. Vielleicht ist das Orakel auch kaputt. Wir machen es uns auf ihrem Bett gemütlich und sie liest mir etwas vor. Als ich noch jung war, hat mir niemand etwas vorgelesen. Während wir so auf ihrem Bett liegen und ich sie mir anschaue, verspüre ich erneut große Lust sie zu küssen. Vermutlich aber bin gar nicht zu verklemmt, um einen Versuch in diese Richtung zu unternehmen, sondern einfach nur zu blöd. Möglicherweise auch ein verklemmter Blödmann oder ein blöder Verklemmter. Dabei sind wir schon in ihrem Bett. Was bin ich nur für eine Enttäuschung für mich.

Hahn im Korb
Um 21.28 Uhr hole ich Petra ab und wir machen uns auf den Weg zur Jugendsünde-Party nach Oberhausen. Um 22.29 Uhr treffen wir uns vor dem Eingang zur Jugendsünde-Party mit Cori und Nadia. Nadia ist eine Freundin von Cori, die sie spontan mitgebracht hat. Nadia ist 28 Jahre, etwa 1,65m groß und hat ihre Brüste, ich vermute ein C oder D Körbchen, perfekt in Szene gesetzt. Sie hat eine ansprechende Figur und ich fühle mich sofort sehr von ihr angezogen und weiß nicht, was ich davon halten soll. Also versuche ich cool zu bleiben, bin aber definitiv an ihr interessiert. Das ist schon alleine deshalb unpassend, weil ich mit Cori verabredet bin und eigentlich vorhabe sie zu verführen, denn Cori ist auch sehr anziehend und sicher eine Sünde wert. Ich bin sehr gespannt, wie sie der Abend heute entwickeln wird. Ein Abend mit drei attraktiven Frauen, was kann es Schöneres für mich geben? Wir sind so ziemlich die ersten Gäste und es hat irgendwie etwas von einem Treffen der Bauernjugend. Da wir keine Bauern sind, werden wir uns vermutlich nicht so wohl hier fühlen. Außerdem ist das Landvolk etwas jung. Das hatte ich so nicht erwartet. Doch was kümmert es mich? Ich habe hier entzückende Begleiterinnen.

Während Petra beschäftigt ist, sorgen Cori und Nadia für meine Unterhaltung. Nadia ist meist für die Konversation zuständig, Cori tanzt für mich. Und es gefällt mir gut, wie sie tanzt. Während Cori für mich tanzt, unterhalte ich mich mit Nadia und je länger wir uns unterhalten, desto interessierter bin ich an ihr. Ich atme ihren Duft ein, schaue sie an, schaue in ihren Ausschnitt und merke, dass ich sie gerne küssen würde, was aber nicht geht, weil ich ja mir Cori verabredet bin, die ich auch gerne küssen würde. Aber Nadia ist genau der Typ Frau, den ich schon immer mal haben wollte. Sie hat irgendwas, was ich nicht erklären kann. Es ist eine dermaßen sexuelle Ausstrahlung, die in mir den Wunsch weckt sie zu verführen. Wenn Cori nicht wäre, dann würde ich Nadia jetzt küssen und anfassen oder mit ihr irgendwohin verschwinden, wo wir ungestört sind. Das ist völlig unangemessen und unangebracht, dass ich das tun will und doch kann ich nichts dagegen tun. Nadia erzählt mir von ihren Problemen mit ihrem Freund und ich sage ihr, dass sie mich ruhig anschreiben kann, wenn sie mal jemanden zum reden braucht. Frauen, die in ihren Beziehungen nicht glücklich sind, freuen sich meistens über so ein Angebot. Und sollte sie mein Angebot annehmen, dann, so bin ich sicher, werden wir ganz sicher nicht nur reden. Das wäre nämlich albern und dumm. Normalerweise bin ich nicht so überzeugt von mir, doch diesmal ist es anders. Hier ist etwas zwischen uns, was mir sehr gefällt, mich aber auch verwirrt. Nadia ist definitiv sehr verführerisch und offensichtlich interessiert. Cori tanzt weiter, was mich auch anmacht, dennoch flirte ich mit Nadia und bin sicher, dass wir uns jetzt nur deshalb nicht küssen, weil Cori meine Verabredung ist.

Irgendwann neigt sich der vergnügliche Abend dem Ende entgegen. Kevin ist längst weg und Cori sitzt auf meinem Schoß, als sie mir etwas sagt, dass mich schnell wieder aus meiner verträumten Parallelwelt reißt. “Du bist sehr schüchtern.” – “???” – “Du hast nicht einmal versucht mich zu küssen.” Das war mal eine Ansage. Jetzt habe ich genau zwei Möglichkeiten. Ich kann ihr sagen, dass ich auch auf ihre Freundin stehe und diese mich so verwirrt, dass mir gar nicht der Gedanke kam, sie zu küssen, obwohl ich das liebend gerne tun würde, weil ich beide Frauen, so unterschiedlich sie auch sind, ganz entzückend und verführerisch finde. Oder ich mache endlich das, weshalb ich heute hier bin und was ich schon seit unserem ersten Treffen machen wollte. Ich muss Cori küssen, denn auch wenn ich von Nadia fasziniert bin, bin ich von Cori nicht weniger angetan. Ich bin nur etwas überfordert, weil ich plötzlich an zwei Frauen interessiert bin und diese scheinbar auch an mir. Viel Zeit bleibt mir allerdings nicht mehr, um Cori zu küssen, da wir bereits dabei sind den Laden zu verlassen. Den Moment, die auf meinem Schoß sitzende Cori zu küssen, habe ich wegen des Gedankenchaos in meinem Kopf verpasst. Es ist echt hart, wenn man zwei Frauen anziehend findet und zu blöd ist, etwas aus seinen Möglichkeiten zu machen. Cori, Petra und Nadia müssen zum Abschluss des Abends noch zur Toilette. Und ich weiß, was ich tun muss, ich muss Cori küssen, sobald sie von der Toilette zurück ist. Sonst bin ich nur noch lächerlich. Als sie von der Toilette kommt und neben mir steht ist es endlich so weit. Ich sage zu ihr, dass ich normalerweise nicht so schüchtern bin und noch bevor sie wirklich etwas dazu sagen kann, landen meine Lippen auf ihren und wir küssen uns endlich. Warum habe ich damit nur so lange gewartet? Das könnte ich jetzt noch ewig so machen. Dumm nur, dass der Abend jetzt vorbei ist und ich die Frauen nach Hause fahren muss. Als ich Cori zu Hause absetze, küssen wir uns erneut und ich muss gestehen, dass ich Nadia, die hinten im Auto sitzt, gerade völlig vergesse und auf der Stelle mit zu Cori gehen würde, wenn die Situation eine andere wäre. Doch die Situation ist, wie sie ist. Cori steigt aus, ich bringe Nadia weg, bevor Petra und ich die lange Heimreise antreten.


Die ungekürzten Versionen der drei Texte und was sonst noch im April 2010 passierte gibt es hier nachzulesen.

4 Kommentare

  1. Das sind ja ganz famose Rückblicke! Ich würde sagen, daß Sie sich glücklich schätzen können, diese furchtbar anstrengenden Zeiten mit Frauen, Dates und ungenutzten Gelegenheiten endlich hinter sich gelassen zu haben.

    Was gibt es schöneres als die Seelenruhe des Alters?

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