Dritter Kinobesuch 2015

Weil mein Kinogutschein abläuft, muss ich heute ins Kino. Da ich
nie alleine ins Kino gehe, darf Petra mich begleiten. Leider läuft kein Film,
der mich wirklich interessiert und so entscheide ich mich für Insidious 3.
Entgegen meiner Erwartungen wollen einige, meist sehr junge,
Menschen den Film ebenfalls sehen.
Wir nehmen auf unseren Plätzen Platz und schauen langweilige
Werbung, bevor es endlich losgeht. Der Film ist ein leiser Film und so kann ich
alles im Kino hören, was ich nicht hören will. Um mich herum wird Popcorn
gegessen. Ich höre, wie die Leute nach dem Popcorn greifen und ihr Popcorn
zerbeißen. Ich finde das durchaus unangenehm, wenn Essgeräusche lauter als der
Film sind. Mein Popcorn rühre ich zunächst nicht an. Nur wenn der Film lauter
wird, greife ich zu. Das ist mir irgendwie alles voll unangenehm.  Ein paar Mädchen, die ich auf höchstens
sechzehn schätze, verlassen nach einer Stunde das Kino. Entweder die haben sich
gelangweilt, gegruselt oder müssen zeitig zu Hause sein. Ich vermute letzteres.
Der Film ist weder gut noch schlecht, eher was fürs Heimkino.
Ganz zum Schluss wird er unnötig albern, irgendwie peinlich sogar. Mir ist das
egal. Vor dem Kino folgt anschließend das übliche Bettelritual. Wir werden von
einem Mann angesprochen, der uns was erzählen will. Ich bin hin und
hergerissen, ob ich ihm zuhören oder weitergehen soll. Letztlich sage ich ihm,
dass er vortragen soll, was er vorzutragen hat. Er erzählt, dass er seit 15
Jahren HIV-Positiv ist, was er, wenn ich ihn richtig verstehe, mit einem
Ausweis belegen möchte. Ich interessiere mich nicht für Ausweise, weshalb ich
darauf verzichte mir seinen Ausweis anzusehen. Außerdem bin ich kein
Kontrolleur. Der Mann sagt, dass er Geld für essen und trinken sammelt. Ich
glaube, dass er entweder Alkohol oder Drogen von dem Geld kaufen will. Oder er
lebt einfach nur prima vom betteln und verdient sich so ein bisschen dazu. Weil
das Wetter schön ist und ich in einer merkwürdigen Stimmung bin, greife ich in
meine Tasche und befördere ein zwei Euro Stück ans Licht. Weil es mir zu blöd
ist, nach einem anderen Geldstück zu suchen und ich meine gute Tat des Tages
noch nicht vollbracht habe, gebe ich dem Mann die zwei Euro. Es scheint zu
einer Tradition zu werden, dass ich nach einem Kinobesuch in Dortmund
irgendwelchen Leuten Geld schenke. Vielleicht sollte ich in Zukunft nur noch in
Lünen ins Kino gehen. Da spare ich mir nicht nur die Spende, sondern auch
sinnlose Werbung vor dem Film.

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