Fahrzeugübergabe

Ich hatte nie viel Freude an Autoverkäufern, auch nicht, als ich
selbst einer war. Deshalb bin ich auch nur mäßig irritiert, wie schnell ich abgefertigt
werde, als ich den Opel abhole. Der Vertrag wird kurz vorgelegt und es scheint
nicht gut anzukommen, dass ich tatsächlich lese, was der Verkäufer da so
geschrieben hat. Noch bevor ich lesen kann, dass ich nur ein Schlüssel
ausgehändigt bekomme, wird mir mitgeteilt, dass es keinen zweiten Schlüssel
gibt. Dann folgt eine kurze Geschichte dazu, dass man sich morgen um den
zweiten Schlüssel kümmern wird. Da ich das nicht glaube und Zweitschlüssel
vermutlich überbewertet werden, unterschreibe ich den Vertrag. Alles andere
wäre albern und würde keinem helfen. Kaum ist der Vertrag unterschrieben, wird er
gefaltet und weggesteckt. Fast zeitgleich werde ich verabschiedet. Alles selbstverständlich
Verkäuferhöflich und nett. Dass ich geduzt werde, kann daran liegen, dass man
Vertrauen vortäuschen will. Es kann aber auch daran liegen, dass wir jetzt
irgendwie Kumpel sind, weil ich einen Unfallwagen gekauft habe und so Platz für
andere Autos schaffe. Ich duze dennoch nicht zurück, weil mir nicht danach ist
und ich es obendrein für unangebracht halte.
Der Opel wurde tatsächlich von Innen aufbereitet, kommt aber
nicht an das Niveau, was ich von einem Innenraum erwarte, ran. Warum die
Verkäufer es so eilig hatten mich loszuwerden, ist mir ein Rätsel, denn die
gesetzliche Gewährleistung habe ich eh. Falls sie mir irgendwas verschwiegen
haben, müssen sie sowieso dafür gerade stehen. Also wozu die Eile? Und ich
dachte, wir sind Kumpel.
Der Opel fährt sich prima und auf der Rückfahrt mache ich in
Gedanken schon eine Liste, was ich alles machen muss, damit er in einen für
mich ordnungsgemäßen Zustand gebracht werden kann. Das könnte teuer werden.
Scheiß Perfektionismus.

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