Bücher 2018

Die hier vorgestellten Bücher wurden von DrSchwein gelesen und mit Schweinen bewertet.
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Weißer Zug nach Süden

Chiara stammt aus Castelnuovo in Italien. Warum sie nach Deutschland gekommen ist, geht niemanden etwas an. Jetzt ist sie da und führt das Leben, das ihre Freundin Leonie ihr hinterlassen hat: Chiara wohnt in Leonies Haus auf dem Hügel und hat auch ihren Job übernommen, sie putzt. Für den Übergang, sagt sie sich, aber dieses Leben gefällt ihr, sie mag es, in fremde Wohnungen zu schauen, die Dinge in Ordnung zu bringen. Die Wohnung des Herrn Vorden übt dabei eine besondere Anziehung auf sie aus. Und auch Vorden scheint eine tiefere Verbindung zu ihr zu haben – denn jede Woche, wenn Chiara seine Räume betritt, findet sie auf seinem Schreibtisch einen Stapel Blätter mit einer Geschichte. Und jede Woche fragt sie sich, ob der Mann, von dem sie nicht einmal den Vornamen kennt, ihre Gedanken lesen kann. Denn seine Geschichten haben sehr viel mit ihrem Leben zu tun.


Die elf Gehirne der Seidenspinnerraupe

Es beginnt mit einem Ende. Mit Toms Ende. Im Mai 1998 erhängt sich »der 40-jährige Junge«, auch Jesus genannt, in Hamburg-Barmbek »nach Art der Greise«. Tom ist wohl das, was die Gesellschaft leichtfertig eine gescheiterte Existenz nennt – kein Glück mit den Frauen, ein Gelegenheitsjob als Briefsortierer, auf Suche nach dem Ausweg. Über die Abgründe und Niederlagen wird Tom von seinem Bruder Sören und immer wieder dem nächsten Bier getragen. Doch auf jeden Hoffnungsschimmer, auf jeden Rausch folgt auch Ernüchterung. Bis nichts mehr geht. Am Ende steht die Frage, ob auf seiner Beerdigung, so wie Tom es sich gewünscht hat, »Das Lied der Schlümpfe« gespielt wird.


Der letzte Rabe 4,5 Schweine

Mit ein bisschen Mord und Totschlag, und dem aktuellen Thema: Internetliebschaften. Erzählungen von Voodoozauber und Engeln, die die Menschen aufgeben, dem Teufel, dem die Hölle zu eng wird und einer tragischen Zukunftsperspektive.

23 böse Erzählungen über die Menschen und ihre Welt.


Unsinn Vorsorgemedizin: Wem sie nützt, wann sie schadet 4,5 Schweine

Mammographie, Darmkrebsvorsorge, Prostatatest, alljährlicher Gesundheits-Check – wir alle werden angehalten, uns rechtzeitig mit der Früherkennung und Vorsorge zu beschäftigen, oft belohnt durch Bonusprogramme unserer Krankenkassen. Aber helfen all diese Maßnahmen wirklich, Krankheiten vorzubeugen oder sie rechtzeitig zu erkennen? Eines steht fest: Der Nachweis steht aus, dass die Menschen seltener an Herz-Kreislauf-, Krebs-, Diabetes- oder anderen Erkrankungen sterben als ohne diese Flut der angebotenen Vorsorgeuntersuchungen.
Heute wissen wir: Das Suchen nach Risiken und Krankheiten ist nicht zwangsläufig von Nutzen. Insbesondere das Massenscreening in der Krebsmedizin nutzt nur einem verschwindend kleinen Teil der Menschen. Viele werden unnötig zu Patienten gemacht. Es ist nicht zu übersehen, dass die Medizin und besonders auch die Vorsorgemedizin ein lukratives Wirtschaftssystem ist. Vorsorgemedizin, das zeigt die Autorin, ist unzuverlässig und recht willkürlich, und bis heute gibt es viele Irrtümer in diesem Zweig der Medizin.


Durch die Wand 4,5 Schweine

14 Jahre lang lebten Nizaqete Bislimi und ihre Familie in Flüchtlingsunterkünften und im Status der Duldung, 14 Jahre ohne sichere Lebensperspektive, in Unsicherheit und Angst. Von der sogenannten »Kettenduldung« sind heute rund 100.000 Menschn in Deutschland betroffen. Trotz all dieser Widerstände hat es Nizaqete Bislimi mit eisernem Willen, aber auch mit der Unterstützung von vorurteilsfreien Menschen geschafft, sich ein Leben in Deutschland aufzubauen.

In Deutschland werden Roma 70 Jahre nach dem Holocaust noch immer diskriminiert. »Es gibt viele erfolgreiche Roma in Deutschland. Doch die meisten geben sich nicht als Roma zu erkennen. Aus Angst vor den alten Stigmata«, sagt Nizaqete Bislimi, die selbst lange ihre Herkunft verschwieg. Und als Anwältin für Ausländer- und Asylrecht begegnen ihr immer wieder Mandanten, die ebenfalls ihre Volkszugehörigkeit verschweigen. Auch deshalb kommt in der sogenannten Mehrheitsbevölkerung nicht an, wie viele gut integrierte Roma in Deutschland leben.


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