(M)ein tödlicher Traum

Ich weiß nicht, wie es dazu kam, aber in meinem Traum werde ich von mehreren Männern in der Wohnung meiner Eltern festgehalten. Die Anzahl der Männer schwankt zwischen drei und fünf. Sie sind im Wohnzimmer. Ob meine Eltern bei ihnen sind oder irgendwer anders, ist nicht zu sagen. Vielleicht sind es immer unterschiedliche Personen. Ich muss jedenfalls im Schlafzimmer bleiben. Sehr detailliert habe ich die komplette Wohnung vor meinen Augen, fühle mich bedroht und überlege, wie ich aus der Situation fliehen kann. Irgendwann müssen zwei der Männer irgendwen oder irgendwas suchen. Ich sehe deutlich vor mir, wie sie mit einem PKW unterwegs sind. Um was für einen Pkw es sich handelt, erkenne ich nicht. Warum ich überhaupt sehe, dass sie unterwegs sind, weiß ich ebenfalls nicht. Ich überlege, wie ich aus der Situation rauskomme, überlege einfach die Wohnungstür zu öffnen und die Treppe hinabzustürzen und dann zu laufen. Ich spüre förmlich die Anspannung und die Anstrengung wegzulaufen. Wie oft ich das schon geträumt habe wird mir innerhalb des Traums bewusst, was mich sehr verstört, dann aber geht der Traum weiter. Was tue ich, wenn ich nicht unten raus kann? Verstecken. Oben auf dem Dachboden. Dort sind die Türen stets verschlossen, so dass ich vor den Türen bleiben muss. Ich darf keine Geräusche machen, kaum atmen, um nicht entdeckt zu werden. Ich spüre förmlich, wie es mir den Hals zuschnürt. Dann bin ich wieder im Schlafzimmer und kann es problemlos verlassen. Der Boss der Männer ist im Wohnzimmer, er hat irgendwen bei sich. Meine Eltern oder Fremde, ich weiß es wieder nicht, erkenne Personen aber keine Gesichter. Schattenwesen, Silhouetten. Mehr nicht. Ich sage dem Boss, dass ich zur Toilette muss. Er ist völlig müde und droht nur kurz, dass ich nicht fliehen soll. Warum ich daraufhin tatsächlich ins Bad gehe und nicht abhaue, weiß ich nicht. Als nächstes sage ich dem Boss, ich sei fertig und er sagt ich soll zurück ins Schlafzimmer. Er ist kurz vorm einschlafen und ich beschließe zu fliehen. Als ich die Wohnungstür öffne, stehen die beiden anderen Typen vor der Tür und ich fliehe in die Küche, verstecke eine Schere hinter dem Rücken und dann steht einer der Männer vor mir. Er ist mir körperlich überlegen, aber nimmt mich nicht ernst. Ich greife nach einem Messer aus der Schublade und steche es ihm seitlich in seinen Körper. Ich spüre deutlich, wie es in seinen Körper eindringt, die verschiedenen Widerstände durchdringt, er wehrt sich nicht. Als nächstes ramme ich einen Spachtel in seinen Hals. Ich weiß nicht, woher ich den Spachtel habe, aber auch hier spüre ich deutlich, wie er in seinen Körper eindringt. Es fühlt sich gruselig an, aber ich habe keine Wahl. Dann steche ich erneut mit dem Messer zu, wieder spüre ich, wie es eindringt. Es fühlt sich so echt an, so abstoßend, aber es muss sein. Der zweite Mann kommt in die Küche. Auch er nimmt mich nicht ernst, nimmt mir aber Messer und Spachtel ab. Ich greife nach der Schere, stoße zu. Er wehrt sich nicht richtig, nimmt es einfach hin. Wieder spüre ich, wie ich erst einen Widerstand überwinden muss und die Klinge dann in ihn eindringt. Mir ist das alles zu real, ich will das nicht, aber es muss sein. Ich ziehe die Schere raus, stoße sie seitlich in seinen Rücken, es fühlt sich so verdammt real an und dauert viel zu lange bis es endlich vorbei ist. Dann folgt ein Zeitsprung. Ich habe den ersten Mann getötet. Dieses Mal liegt er auf mir. Der zweite Mann kommt, will ihn aufheben und ich steche zu. Wieder muss ich spüren, wie die Messer in ihn eindringen. Es ist widerlich intensiv, aber er muss sterben. Und wieder springen wir zurück. Der erste Mann liegt tot auf mir, der zweite nimmt mir die Messer ab, will den toten Mann von mir heben, ich greife nach der Pistole des Toten und schieße dem zweiten Mann in den Bauch. Ich bin ein Mörder, aber hatte keine Wahl. Dann endlich wache ich auf, bin völlig angespannt, irgendwie verkrampft und nassgeschwitzt. Ich löse mich aus meiner verkrampften Haltung und sehe auf die Uhr. 03.54 Uhr. Ich stehe auf und gehe zur Toilette. Nicht unbedingt, weil ich muss, sondern weil es mir vernünftig erscheint, soweit ich das beurteilen kann. Der Traum ist noch präsent und ich erinnere mich, dass ich schon oft ähnliche Träume hatte in denen ich auf diese Weise getötet habe, töten musste, um zu überleben. Und immer fühlte es sich Scheiße an, war pervers intensiv und immer war es die scheinbar einzige Lösung.
Kaum bin ich zurück im Bett, geht eine Alarmanlage an. Wie es so oft in den Nächten passiert. Niemanden scheint es zu stören. Ich stopfe die Ohrenstöpsel in meine Ohren, drehe mich auf die Seite, lege die Bettdecke über mein Ohr und drücke mit der Hand so fest aufs Ohr, bis ich nichts mehr höre. Dann falle ich in einen nach meinen Erkenntnissen traumlosen Schlaf.

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