Mein Comeback bei McFit

Es ist etwa 09.17 Uhr als der Mann ohne Muskeln, das bin ich, zurück bei McFit in Lünen ist. Und es fängt gleich gut an als ich die Umkleidekabine betrete, denn als erstes sehe ich nackte Männer. Ich will keine nackten Männer zur Begrüßung sehen. Ich will nicht einmal mich nackt sehen. Das nennt man wohl ein Comeback nach Maß. Großartig.

Zuerst geht es auf den Crosstrainer, den ich zwanzig Minuten nutzen will. Nach einer Weile tut mein linkes Bein weh, ebenso der Fuß und ich merke, dass mir die Luft auszugehen droht. Schnell ein Blick auf das Zeitmessgerät, wie lange ich noch durchhalten muss. 47 Sekunden. Da steht tatsächlich, dass ich erst 47 Sekunden trainiere. Das muss ein Irrtum sein. So können sich doch keine 47 Sekunden anfühlen. Wie soll ich das noch weitere 19 Minuten und 13 Sekunden aushalten? Irgendwie hatte ich mir das leichter vorgestellt. Ich bin wirklich naiv. Da ich mir aber zwanzig Minuten vorgenommen habe, bleibe ich tatsächlich auch so lange auf dem Gerät und wundere mich, dass ich das ohne ernsthafte Komplikationen auch schaffe. Alles andere hätte ich mir andererseits auch nicht verziehen. Ursprünglich hatte ich mir vorgenommen, anschließend zwanzig Minuten auf dem Ergometer zu strampeln doch dazu fühle ich mich nicht in der Lage, auch wenn ich vermutlich so aussehe als hätte ich noch gar nicht mit dem Training begonnen. So folgt ein wenig Gerätetraining. Wie in alten Zeiten nur mit noch weniger Gewicht. Einige junge Frauen mit schönen Körpern, die sie artgerecht präsentieren, geraten gelegentlich in mein Sichtfeld. Ich bin entzückt, weiter bringt mich das aber auch nicht. So mache ich ein paar Übungen, ohne dabei zu schwitzen, weil schwitzen mich auch nicht attraktiver macht. Dann geht es zurück auf den Crosstrainer. Erstaunlicherweise geht es jetzt leichter als noch vor ein paar Minuten und mir tut fast nichts weh. Allerdings frage ich mich, ob dieses Pseudotraining meinen Körper wirklich nach vorne bringen wird. Ein paar Meter vor mit trainiert eine junge Frau, die einen so schönen Körper bekommen hat, dass ich aufpassen muss, sie nicht permanent wie ein alter, geiler Bock anzustarren oder schwachsinnig zu ihr rüber zu grinsen. Manche Dinge ändern sich einfach nie. Nach etwa zehn Minuten auf dem Crosstrainer schwitze ich und rieche auch so. Während ich meinen eigenen unangenehmen Duft einatme, frage ich mich, ob ich morgen wohl sehr starken Muskelkater haben werde. Dann bewege ich meinen alten Körper noch ein wenig schneller bis die zwanzig Minuten vorbei sind und ich das Training beenden darf. Nächsten Sonntag will ich das fortsetzen, weil ich jeden Sonntag meinen Körper hierher befördern will, um ihm etwas Gutes zu tun. Ich bin gespannt, wie konsequent ich meinen Plan umsetze während meiner fünfzehnmonatigen Mitgliedschaft. Werde ich irgendwann einen attraktiven Körper bekommen und fitter sein, oder wird, wovon ich ausgehe, alles so bleiben, wie es immer war?

4 Gedanken zu „Mein Comeback bei McFit“

      1. ja aber du hast trotzdem wahrnehmungsstörungen bez. deines körpers…..;-)
        bitte nur muskelaufbau, wenn überhaupt.

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