Bücher 2019

Alles kann, Liebe muss: Geschichten aus der Herzregion
Katrin Bauerfeind wühlt sich in ihrem neuen Buch durch alle Facetten der Liebe. Sie hebt die kleinen emotionalen Schätze aus dem Alltag, fragt sich, wo die Liebe herkommt, wo sie hingeht, wenn sie weg ist, wie man sie findet, verliert und wiederfindet, und was es überhaupt damit auf sich hat. Es ist ein Plädoyer für mehr Liebe. Ein Aufruf, dem grassierenden Hass etwas entgegenzusetzen, Viagra fürs Herz, ein heiteres Gegengift zur dunklen Lage da draußen. Zu all dem gibt’s in diesem Buch Geschichten, selbst erlebte und selbst ausgedachte.

Scheinbar habe ich es mir zur Aufgabe gemacht jedes Buch von Katrin Bauerfeind zu lesen. Um den Titel hätte ich sonst wohl einen Bogen gemacht, aber habe ich zum Glück nicht, denn ich wurde gut unterhalten. Auch dieses Buch kann ich getrost empfehlen, auch wenn es Kapitel gab, die mir nicht so gefallen haben. Aber das macht nichts. Somit steht fest, dass ich auch ein viertes Buch von Frau Bauerfeind lesen werde, wenn es eins geben wird und mir nichts dazwischen kommt.


Die Taube
In fünf Monaten wird der Wachmann einer Pariser Bank, der als einzigen Nutzen seiner Tätigkeit das Öffnen des Tores vor dem Direktionswagen erkannt hat, das Eigentum an seiner kleinen Mansarde endgültig erworben haben, wird ein weiterer Markstein seines Lebensplanes gesetzt sein. Doch dieser fatalistische Ablauf wird an einem heißen Freitagmorgen im August 1984 jäh vom Erscheinen einer Taube in Frage gestellt.

Als ich mich entschied, das Buch zu lesen, war ich zu hundert Prozent sicher, dass ich die Geschichte vor langer Zeit schon einmal gelesen hatte, doch bald schon kamen mir Zweifel. Entweder hatte ich wirklich alles vergessen oder die Geschichte tatsächlich noch nie zuvor gelesen. Daran änderte sich bis zum Schluss auch nichts. Und so las ich, möglicherweise zum ersten Mal, diese nette kleine Geschichte und sie hat mir gefallen. Für mich eine köstliche Lektüre für zwischendurch, die beschreibt, wie sehr einen eine einzige Taube aus dem Konzept bringen und das Leben zumindest vorübergehend auf den Kopf stellen kann. Gute Geschichte, gut geschrieben und empfehlenswert.


MSM – eine Supersubstanz der Natur
MSM ist eine biologisch aktive, organische Verbindung aus geruchlosem Schwefelpulver. Es gehört in den Bereich der Mineralstoffe und Vitamine und zeigt in der Heilbehandlung eindrucksvolle Ergebnisse. Der Autor beschreibt, warum MSM eine natürliche Alternative zu den Medikamenten der klassischen Medizin ist und wie es verwendet werden kann.

Und wieder ein Buch über Nahrungsergänzungsmittel. Wenn all das Positive dieser Mittel bei mir eintrete würde, dann müsste ich, weil ich ja schon Unmengen solcher Substanzen meinem Körper zugeführt haben, ein ausgesprochen gesunder Mann sein. Da ich mit meiner Gesundheit in Teilen jedoch unzufrieden bin, muss ich auch weiter nach Nahrungsergänzungsmitteln Ausschau halten, die meinen Körper dienlich sein könnten. Nach der Lektüre des Buches steht für mich fest, dass ich MSM unbedingt ausprobieren muss. Das Buch ist verständlich geschrieben und hat mich neugierig auf diese Substanz gemacht. Daher ist es eine Empfehlung für alle, die, ebenso wie ich, eine Schwäche für Nahrungsergänzungsmittel und Bücher zu dem Thema haben.


Nachspielzeit
In seinem Buch blickt Marcel Reif zurück und nach vorne, erzählt kleine und große Geschichten vor und hinter den Kulissen des Fußballs, des größten Spektakels, das unsere Gegenwart zu bieten hat. Kein Reporter hat so perfekt Unterhaltsamkeit mit scharfer Intelligenz, Schlagfertigkeit, Fachwissen und Eigenständigkeit des Urteils verbunden wie Marcel Reif. Für seine Arbeit wurde er mit Preisen überhäuft, aber auch immer wieder heftig attackiert, sei es von Clubverantwortlichen, von Trainern oder im Netz.

Bis auf ganz wenige Kapitel, die mich nicht so interessiert haben, ist es ein sehr interessantes und auch informatives Buch. Ich mag die Ansichten von Marcel Reif und seine Art, wie er die Dinge beschreibt. Ich habe auch nie verstanden, wie er erst so beliebt und dann bei Teilen der Fans so unbeliebt werden konnte. Auch dazu gibt es etwas zu lesen. Für mich eine klare Leseempfehlung.


Wer immer mit der Herde rennt, muss ständig Ärschen folgen
Der Mensch ist nun mal ein Herdentier und braucht die anderen zur Orientierung. Das schwarze Schaf zu sein, ist für die Autorin Anke Brausch Künstlerin im Bereich Kabarett und Comedy nichts Neues. Viel zu oft eckt sie an, weil sie innerhalb der Herde kehrt macht und als Gegenverkehr die schöne Gruppenordnung durcheinander bringt. Während ihre Artgenossen zielstrebig die vermeintlich grünen Weiden aufsuchen, hält sie gerne einmal abrupt an, um auf bisher unbetretenen Pfaden zu grasen. Unterhaltsam satirisch beschreibt sie, was sie auf ihren kurzweiligen Ausflügen fernab der Herde erlebt ein schonungsloser Blick in ihr längst überfälliges Erwachsensein.

Wieso ich bei dem Titel ein komplett anderes Buch erwartet habe, weiß ich leider nicht mehr. Ich weiß lediglich, dass mir das Buch nicht gefallen hat. Trotz gelegentlicher unterhaltsamer Passagen, konnte ich mich mit dem Schreibtstil nicht anfreunden. Gelegentlich zogen sich die Geschichten wie ein Kaugummi. Immer wieder erinnerte mich der Humor an Mario Barth, obwohl ich längst nicht mehr weiß, ob Mario Barth tatsächlich Humor hat und wenn ja, welcher Art dieser wohl ist. Auf einer Bühne vorgetragen mag das vielleicht Spaß machen, aber das kann auch ein Irrtum sein. Für das Buch spricht meiner Meinung nach lediglich, dass es nur 114 Seiten hat.


Der letzte Hippie
Zwei Geschichten von Menschen, die aus der Normalität gefallen sind.

Ich habe schon einige Bücher von Oliver Sacks gelesen und dabei auch schon die beiden Geschichten dieses kleinen Buches. Tatsächlich konnte ich mich sogar noch ein wenig erinnern, aber wirklich nur ein wenig. Die zweite Geschichte finde ich persönlich interessanter. Insgesamt ist dieses kleine Buch eine nette Sache für den kleinen Lesehunger zwischendurch.


Survive: Katastrophen – wer sie überlebt und warum
Überlebende des Anschlags auf das World Trade Center brauchten durchschnittlich sechs Minuten, bis sie ihre Arbeitsplätze verließen, manche sogar bis zu 45 Minuten. Worauf warteten sie und warum? Amanda Ripley wollte genau wissen, welches Verhalten hinter den Statistiken steckt. Sie nimmt uns mit in die Twin Towers, auf die sinkende Fähre Estonia, zu Hurrikan Katrina und zu einem Geiseldrama in Bogota. Vor allem aber gibt sie die erstaunlichen Erkenntnisse weiter, die sie aus Interviews mit zahlreichen Überlebenden gewonnen hat.

Wer überlebt Katastrophen und warum? Ein durchaus interessantes Thema, welches in dem Buch sehr gut erläutert wird. Geschichten von Überlebenden von Katastrophen und Erklärungen dazu, warum ihr Verhalten dazu beigetragen hat zu überleben. Es zeigt aber auch, dass das Verhalten, welches in einer Situation genau richtig war, bei der nächsten Katastrophe tödlich sein kann. Das richtige Verhalten zur richtigen Katastrophe kann Leben retten. Nur weiß man es zumeist nicht immer vorher, aber man kann und sollte gewisse Sachen trainieren. Survive ist ein wirklich interessantes Buch geworden, welches mir gut gefallen hat. Ob es mir hilft bei einer Katastrophe zu überleben, glaube ich allerdings nicht, denn ich weiß, dass ich vermutlich bei einer möglichen Katastrophe mit meinem Erstarren nicht unbedingt weiterkomme. Es bleibt abzuwarten, ob ich mich dann überhaupt an das Buch erinnern kann.


Kille, Kille
E.W. Heine und seine skurril-makabren Kille Kille Geschichten gehören untrennbar zusammen. Sei es das Schicksal jenes Diebes, der vor Gericht freigesprochen wird und sich am Ende erkundigt, ob er die Beute nun behalten könne. Oder die schaurig-schöne Erzählung über die wahre Entstehung des Porträts der Mona Lisa. Immer folgt der Leser dem Autor ahnungslos in den Alltag zwischenmenschlicher Beziehungen und gewöhnlicher Zwischenfälle, um sich plötzlich einer makabren Pointe gegenüber zu sehen. Heine gelingt dabei immer wieder der grandiose Drahtseilakt zwischen herrlicher Unterhaltung und boshaftem Sarkasmus.

Schon wieder Kurzgeschichten nach meinem Geschmack. Wie üblich werde ich sie jedoch, wie üblich, in kürzester Zeit vergessen haben. Nichts, was ich lese, bleibt länger in meinem Gedächtnis haften und besonders an Kurzgeschichten erinnere ich mich nie lange. Sollte mir entfallen, ob sie mir wenigstens gefallen haben, kann ich zum Glück jederzeit hier nachlesen, ob ein Buch für mich gut oder schlecht war. Kille, Kille kann ich als gut bezeichnen, denn ich wurde gut unterhalten und die Geschichten bereiteten mir Vergnügen.


Das Kokos-Buch
Das erste umfassende Buch über Kokosöl liegt jetzt in der erweiterten Neuauflage vor. Kokosöl und Co. – wie Mehl, Milch, Flocken und Wasser aus der Kokosnuss schmecken nicht nur ausgesprochen gut, sondern sind vor allem gesundheitsfördernd. Der Kokos-Experte Peter Königs räumt hier mit dem Vorurteil auf, dass gesättigte Fettsäuren ungesund seien. Die Fettsäuren der Kokosnuss eignen sich nicht nur hervorragend für die Küche, da beim Erhitzen keine schädlichen Transfettsäuren entstehen, sondern schützen auch vor Arterienverkalkung und Herzinfarkt, wirken immunstärkend und verhindern die Bildung gesundheitsschädlicher freier Radikale.

Das Kokos-Buch war schon länger auf meiner Liste, liest sich gut und ist verständlich geschrieben. Möglicherweise klingt das alles zu schön, um wahr zu sein und sicher wird es immer wieder Berichte geben, die das Gegenteil behaupten von dem was in dem Buch steht. So ist es ja meist. Ich glaube jetzt auch nicht, das Kokosöl nun das Wundermittel schlechthin ist, aber auch nicht, dass es mich töten wird, wenn ich zu viel davon zu mir nehme, was ich für mich eh ausschließen kann. Letztlich bringt das Buch einen dem Thema näher und in ein paar Jahren weiß man vielleicht, ob Kokosöl wirklich so gesund ist oder eben nicht. Vielleicht aber wird man es nie wissen. Was weiß denn ich? Für alle, die dem Thema offen gegenüberstehen, ist das Buch sicherlich eine Empfehlung wert.

Ach ja, hinten sind tatsächlich Rezepte drin und ich würde das eine oder andere davon auch gern probieren, aber ich habe nicht das geringste Interesse selber zu kochen. Lediglich den Kokos-Kakao werde ich mir eventuell mal machen, weil das gerade noch für mich umsetzbar ist.


In manchen Nächten habe ich einen anderen
Die Generation Beziehungsunfähig will sich immer weniger festlegen und sucht nach neuen Formen von Beziehung – offene Beziehungen und Polyamorie haben in letzter Zeit zunehmend an Bedeutung gewonnen. Anna Zimt, Autorin und Bloggerin bei „im gegenteil“, erzählt offen und authentisch von ihrer eigenen offenen Beziehung, ihren Sex-Abenteuern und wie sie mit ihrer Eifersucht zurechtkommt.

Ein interessanter und durchaus gelungener Einstieg ins neue Bücherjahr. Die Geschichten lesen sich überwiegend leicht und locker und verdeutlichen, dass eine offene Beziehung nicht schlecht sein muss, wenn es funktioniert. In diesem Fall tut es das anscheinend und die interessanten Geschichten sind durchaus erotisch und verurteilen weder Monogamie noch andere Lebensformen. So kann das Bücherjahr weitergehen.


© 2019

3 Kommentare on "Bücher 2019"


  1. Auch die anderen Bücher von E.W. Heine sind empfehlenswert. Ich mag an den Kurzgeschichten, dass man ewig auf die Pointe wartet – und am Ende haut die einem in die Magengrube und man schluckt erstmal.

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  2. Mir geht es mit den Büchern genauso. Ich vergesse Vieles recht schnell wieder. Da Blogartikel in meinem komischen Schädel wie Bücher funktionieren, lege ich mir ein Lesezeichen an, um diesen hier am Wochenende nochmal in Ruhe zu studieren. Hoffentlich vergesse ich das nicht auch noch…

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