Mein Weg zur Ausbilderprüfung 7

Machen Sie jetzt hier einen auf W-Lan? Mit dieser Frage, die Stiffler dem 75 jährigen Dozenten stellt, beginnt der Tag direkt sympathisch. Leider endet der Spaß damit auch, denn wenig später fängt der Dozent an zu erzählen. Ich weiß meist nicht, wovon er redet, aber ich weiß, dass sein reden mich ermüdet. So ist es wenig verwunderlich, dass er mich irgendwann fragt, ob ich noch alles mitbekomme. Ich tue natürlich so als wüsste ich nicht, wen er meint, reagiere nicht auf seine Frage und schaue zu dem Koch, der neben mir sitzt. Er weiß auch nicht, was der Dozent will. Als der Dozent mich erneut anspricht, um mir mitzuteilen, dass ich gemeint bin, antworte ich ihm, dass ich natürlich alles mitbekomme. Er scheint da seine, durchaus berechtigten, Zweifel zu haben und sagt, dass ich weggetreten aussehe. Ich erwidere, dass ich immer weggetreten aussehe, was ihm mein anderer Sitznachbar bestätigt. Wie soll man bei dem Vortrag nicht weggetreten aussehen?
Später gibt es wieder eine Gruppenarbeit. Dazu hat der Dozent Kärtchen mit Nummern erstellt. Jeder darf nun eine Karte ziehen. Zufällig bekomme ich mit, dass die Eifrige die 2 gezogen hat. Als die Karten bei uns ankommen, dreht mein Sitznachbar sie um, um sich eine passende Nummer zur Aufgabenstellung auszusuchen. Ich verlange sofort nach der zwei. Mein Sitznachbar ist noch unentschlossen und scheint zu glauben, dass ich meine Nummer nach dem Thema ausgesucht habe. Was interessiert mich das Thema, wenn ich eine gute Gruppe habe? Er entscheidet sich dann ebenfalls für Gruppe 2 und wir gehen in den Raum, der für unsere Gruppe geöffnet wurde. Und weil ich heute echtes Losglück habe, kommt der Hilfreiche ebenso in unsere Gruppe. Dazu noch
die blonde Frau, mit der ich bisher noch nicht zusammen gearbeitet habe. Somit ist die Verteilung schon geklärt, noch bevor wir zusammen kommuniziert haben. Die Eifrige schreibt, der Hilfreiche trägt vor. Später wird sich herausstellen, dass in allen anderen Gruppen jeder aus der Gruppe einen Teil vorträgt. Weil wir nicht wie die anderen sind, interessiert uns das alles nicht. Ich sorge,
wie nicht anders von mir zu erwarten, für eine gewisse Struktur, weil ich zu viel Chaos einfach nicht ertrage. So beauftrage ich die Eifrige, unsere gesammelten Ideen aufzuschreiben und diese dann später auf das große Blatt Papier zu bringen. Wir sind erstaunlich produktiv, wobei auch heute der Hilfreiche den größten Anteil dazu beiträgt. So ist es wenig verwunderlich, dass wir als erste Gruppe fertig mit der Aufgabe sind. Effizient nennt man sowas wohl. Während die anderen Gruppen noch arbeiten, stehen wir längst draußen und unterhalten uns ausgelassen. Ich mag entspannte Plauderrunden, die nichts weiter zum Ziel haben als Zeitvertreib. Die anschließende Präsentation ist ein Klacks und nachdem alle anderen ihren Kram vorgetragen haben, dürfen
wir nach Hause. Wenn doch nur alles so einfach und unkompliziert wäre.
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