Curry Heini

Die Currywurst bei Curry Heini ist über die Grenzen von Waltrop bekannt. Ich war vor unglaublich vielen Jahren zuletzt dort und kann mich nicht mehr wirklich erinnern. In meiner Erinnerung waren die Pommes mies und die Currywurst nur eine Currywurst. Doch weil auf Erinnerungen nicht immer Verlass ist und am Samstagmittag immer irgendwo gegessen wird, führt der Weg uns zum Curry Heini.

Was mich als erstes stört, dass es keine Speisekarten am Tisch gibt.  Also ob jeder weiß, was er will und was es so gibt. Wir bestellen natürlich Currywurst mit Pommes. Die Wartezeit ist kurz, dann steht das Essen schon auf dem Tisch. Zuerst teste ich die Pommes, die, wie in meiner Erinnerung, viel zu fest sind. Sie sind zwar nicht fettig, aber so durch, dass sie absolut keine Empfehlung sind. Die Currywurst, die man selber schneiden darf, legt in einer leckeren Soße. Das ist immerhin gut. Die Currywurst selbst ist durchaus lecker und hat schon einen interessanten Geschmack. Es gibt schlechtere, aber auch bessere Würste, finde ich. Der Curry Heini, oder wer auch immer hinter der Theke steht, ist ein sehr lauter Mann. Er kann vermutlich nicht leise sprechen und klingt daher als würde er alle anschreien. Für mich ist das nichts, ich bevorzuge es ruhiger, aber an ihm liegt es nicht, dass wir nicht wiederkommen. Der Hauptgrund sind die Pommes, die mir einfach keine Freude  gemacht haben.  Schade, aber einen Versuch war es wert.

Die verpeilte Frau

Letztes Jahr war sie schon einmal bei uns. Die hohle Frau mit dem schönen Körper. Nun ist sie zurück. Mittlerweile 26 Jahre alt und verpeilt wie eh und je, vermutlich sogar noch ein bisschen mehr. Aber hübsch anzuschauen ist sie noch immer.

Bei einem Vorstellungsgespräch vergisst sie, nach wem sie fragen soll und da sie niemanden findet, der ihr helfen kann, geht sie einfach wieder. Dann fehlt sie unentschuldigt, weil sie den Krankenschein verliert. Unentschuldigtes Fehlen kann ich mit einer Abmahnung quittieren, muss ich aber nicht. In der Hoffnung, dass eine Abmahnung hilfreich ist, bekommt sie aber dennoch eine von mir. Als Maßnahmeleitung muss man auch mal zeigen, dass man streng sein kann. Sie bittet mich, ihr keine Abmahnung zu geben, versucht mich zu überreden, hat Angst vor Konsequenzen. Ich bleibe hart. Sie lebt noch bei ihren Eltern und hat Angst, dass ihre Eltern die Abmahnung sehen, weil sie dann Ärger bekommen würde. Weil ich ein guter Coach bin, sage ich ihr, sie müsse sich keine Sorgen machen, da ich ihr die Abmahnung persönlich übergeben und ihre Eltern nicht informieren werde. Lediglich das Jobcenter bekommt eine Kopie der Abmahnung.  Wirklich begeistert ist sie davon nicht, weshalb sie mich nochmals bittet es nicht zu tun. Irgendwie mag ich es, wie sie mehrmals „Bitte“ zu mir sagt. Kurze Zeit später hält sie die Abmahnung, die sie sich nicht einmal durchliest, in ihren Händen und fragt, ob sie auf der Rückseite etwas notieren kann. Da es ihre Abmahnung ist, kann sie damit tun, was immer sie mag.

Später, ich sorge wieder für eine lockere Stimmung in der Gruppe, werde ich nach meinem Alter gefragt. Die Verpeilte schätzt und liegt nur zwei Jahre unter dem wirklichen Alter, was mich schon etwas kränkt, weil ich gerne viel jünger geschätzt werde. Aber was soll ich machen, der Verfall hinterlässt halt seine Spuren. Zur Belohnung schicke ich die junge Frau zu einem Vorstellungsgespräch. Auch dafür kann sie sich nur wenig begeistern. Manchmal bin ich vielleicht doch ein strenger Coach. Aber ich meine es nur gut.

Es ist kurz vor Feierabend, ich sitze alleine im Büro, als die Verpeilte wieder da ist. Sie erzählt von dem katastrophalen Vorstellungsgespräch und der kurzen Probearbeit, die sie machen musste, bevor man sie weggeschickt hat. Sie bittet mich, sie nie wieder zu so einem Betrieb  zu schicken. Ich verspreche es, weil ich ja kein Unmensch bin. Sie steht auf, verabschiedet sich und fragt, wie lange ich denn noch arbeiten muss. Ich sage, dass es nur noch ein paar Minuten sind. Da kehrt sie zurück und fragt, ob sie mir so lange Gesellschaft leisten soll, was ich für eine gute Idee halte. Ich bitte sie, mich ein wenig zu unterhalten, sie setzt sich und erzählt mir was. Braves Mädchen. Als die Zeit gekommen ist, verlassen wir gemeinsam das Büro, verabschieden uns und wünschen uns ein schönes Wochenende. Vielleicht sollte ich öfter streng zu jungen Frauen sein. Scheinbar kommt das gut an und wertet mich in deren Ansehen auf. Oder auch nicht. Was weiß ich denn schon?

Dritter Zahnarztbesuch

Nachdem mich gestern die Zahnschmerzen endgültig verlassen haben, bin ich noch weniger von meinem Zahnarzttermin angetan. Aber andererseits gehe ich davon aus, dass ich nach dem Besuch wieder fröhlich durch die Welt hüpfen kann. Wobei das natürlich vollkommener Quatsch ist, weil ich nie fröhlich umherhüpfe.

Nach einer Stunde im Wartezimmer sitze ich auch schon auf dem Behandlungsstuhl. Ich berichte vom Schmerzverlauf und davon, dass die schlimmsten Schmerzen an der Einstichstelle der Betäubungsspritze zu lokalisieren waren. Da ist es nur logisch, dass wir heute auf die Spritze verzichten. Außerdem bin ich sicher, dass der Zahn dermaßen tot ist, dass nichts mehr wehtun kann. Zunächst wird wie verrückt gebohrt, was mich fast verrückt macht. Dann wird die tiefe der Zahnwurzeln gemessen oder so. Jedenfalls wird irgendwas in den Wurzelkanal geführt und der tote Zahn fühlt sich plötzlich völlig lebendig an. Ein Schmerz durchfährt meinen Körper.  Meine Naivität ist echt schwer zu ertragen. Wie konnte ich nur davon ausgehen, dass das hier ein Spaziergang wird? Eine heiße Herdplatte fühlt sich ja auch nicht kühler an, umso öfter man sie anfasst. Mir wird angeboten, dass wir den Zahn jederzeit betäuben können. Nee, jetzt will ich auch nicht mehr. Die Behandlung zieht sich, noch einmal dringt irgendein Instrument an die Stelle vor, die Schmerzen erzeugt. Ich zucke zusammen, der Zahnarzt entschuldigt sich. Mir kommt es vor als würde die Behandlung ewig dauern und ich bin nassgeschwitzt. So richtig nass. Das ist alles andere als lässig.

Irgendwann neigt sich der Wahnsinn langsam dem Ende entgegen. Das Medikament mit dem ekelhaften Geschmack wurde reichlich verteilt und es wurde noch ein wenig gebohrt, aber nun wird die Baustelle geschlossen. Zur Belohnung bekomme ich keinen Kuss von einer der Helferinnen, kein Lob und auch keine Tapferkeitsmedaille, sondern lediglich den Hinweis, dass ich vermutlich wieder ein paar Tage Zahnschmerzen haben werde. Das läuft hier gerade alles in die ganz falsche Richtung. Im Optimalfall kann der Zahn am 04. Juni verschlossen werden. Und falls nicht, wiederholen wir den Spaß von heute einfach noch einmal. Die obligatorische Frage, ob ich Schmerztabletten zu Hause habe, beendet den denkwürdigen Zahnarztbesuch. Es wird noch eine Weile dauern bis alles wieder in einem ordnungsgemäßen Zustand ist. Bis dahin darf ich den Zahnstummel nicht belasten, weil der sonst abbricht und was das bedeutet, möchte ich mir heute gar nicht mehr ausmalen.

Frauen, die was abholen

Ich verschenke gerne Sachen, die ich nicht mehr brauche, welche aber zu schade zum Wegschmeißen sind. Und wenn sie abgeholt werden von Leuten, von denen ich glaube, dass ich ihnen damit einen Gefallen tue und sie meine Sachen wirklich gebrauchen können, bin ich kurzzeitig zufrieden. So als hätte ich was Gutes getan. Ich glaube, dass mich das für einen Moment menschlich aufwertet. Als mein Gartenstuhl, der aber nur auf dem Balkon stand, weil ich keinen Garten habe, gestern abgeholt wurde, kam ich auf eine ziemlich gute Idee. Und das kam so: Eine Frau kündigte sich an, um meinen alten Gartenstuhl samt Auflage abzuholen. Ich schrieb, sie solle schellen und ich komme dann runter, um ihr den Stuhl zu übergeben. Ich ging also runter und vor der Tür stand eine junge, attraktive Frau mit schöner Haut und einem netten Lächeln. Sofort fühlte ich mich gut, weil die Frau ja zu mir wollte, obwohl sie ja nicht wirklich meinetwegen kam, sondern wegen eines Stuhls, der zufällig noch mir gehörte. Sie hatte zudem eine nette Stimme, war freundlich und freute sich auch über den Stuhl. Ich fragte irgendwas, weil so eine junge Frau ja nichts Alltägliches in meinem Leben ist. Sie antwortete brav und am Ende, so denke ich, waren wir beide zufrieden. Und daraus entwickelte sich meine Idee. Ich möchte, dass regelmäßig attraktive Frauen irgendwas bei mir abholen. Da mein Vorrat an Gartenstühlen aber aufgebraucht ist, bekommen die Frauen etwas anderes. Ich stelle mir also vor, dass attraktive Frauen bei mir schellen, ich die Haustür öffne, vor meiner Wohnungstür will ich nämlich keine fremden Leute, ich runtergehe und sie sich dann aussuchen können, ob sie einen Kugelschreiber oder ein Feuerzeug wollen. Von beidem habe ich nämlich einen gewissen Vorrat. Dann könnte ich fragen, warum sie sich für das eine oder andere entschieden haben, woher sie kommen und wie sie hergekommen sind. Eventuell könnte ich noch eine spontane Frage stellen. Je nach Stimmung. Dann verabschieden wir uns indem wir uns einen schönen Tag wünschen oder irgendeine andere Floskel verwenden. Vielleicht noch ein freundliches Lächeln zum Abschied und dann ist es vorbei. So in etwa stelle ich mir das vor. Jetzt muss ich nur noch eine Anzeige schreiben und schauen, wo ich sie veröffentliche, um Frauen, die für Feuerzeuge, Kugelschreiber und komische Aktionen zu haben sind, zu bekommen. Dann steht dem Spaß auch schon nichts mehr im Wege. Das wird toll. Ich freu mich.

Mein Tinder-Quickie

Nachdem ich so viel davon gehört hatte, musste ich einfach einen Blick riskieren und die Tinder App installieren. Und was soll ich sagen? Ich habe selten so viele nachbearbeitete Fotos von Frauen kurz hintereinander gesehen. Entgegen meinen Erwartungen sind da allerdings auch viele Frauen in meinem Alter und sogar noch älter. Überraschend fand ich ebenfalls, dass es da nicht nur Bilder gibt, sondern auch Profiltexte. Der Inhalt war überwiegend ähnlich. ONS und Freundschaft Plus sind verpönt und viele suchen nach der großen Liebe. Bei Tinder. Ich hätte fast lachen müssen, fand es dann aber unangebracht und verzichtete darauf.

Wohlwollend wischte ich immer, wann es noch zu vertreten war, in die Richtung, die ein Interesse meinerseits an der betreffenden Frau signalisierte. Nach ein paar Tagen gab es tatsächlich vier Frauen, die das auch bei meinen Fotos getan hatten. Zwei davon schrieb ich an, weil alles andere keinen Sinn gemacht hätte. Die erste überzeugte mit einer dermaßen unerotischen Grammatik, dass sich mir die Nackenhaare aufstellten. Dazu kam, dass ich keine Ahnung hatte, was ich überhaupt mit der Frau kommunizieren sollte. So endete die Kommunikation schon bevor es irgendwie persönlich wurde. Bei der anderen Frau endete die Kommunikation direkt nachdem sie mich fragte, was ich eigentlich suche. Wahrheitsgemäß gab ich an, nichts zu suchen, sondern nur mal zu schauen, was bei Tinder so abgeht. Postwendend wurde ich gelöscht. Konsequenz ist eine gute Sache.

Bei Tinder gibt es so etwas wie den Superjoker. Wer den zieht, kann auch angeschrieben werden, wenn er dem anderen vorher nicht positiv aufgefallen ist. Oder so. Einmal zog eine Frau den Superjoker, den man wohl täglich vergeben darf, bei mir oder für mich. Ich bedankte mich artig bei der Frau, und schrieb ihr, dass ich das voll nett finde, aber gar nicht auf der Suche bin, sondern eine Mission zu erfüllen habe. Die Antwort kam prompt. Es handelte sich nur um ein Versehen, denn eigentlich hatte die Frau gar kein Interesse an mir. Unverzüglich machte sie die Aktion rückgängig. Auch hier imponierte mir die fragwürdige Konsequenz fast. Für mich war es danach auch schon genug an Tinder-Erfahrungen und ich löschte mein Profil rasch wieder. Tinder ist nicht meine Welt und ich bin sicher, dass ich dort nicht einmal dann Erfolg dort haben könnte, wenn ich es wirklich wollte. Aber immerhin kann ich jetzt mitreden. Und das war tatsächlich mein Ziel zu Beginn der Mission Tinder.

Nach dem Zahnarztbesuch ist vor dem Zahnarztbesuch

Am Abend nach der Behandlung fällt ein erstes Stück der Füllung raus. Ich begutachte den Zahnstummel und beschließe, dass es ein unwichtiges Stück Füllung war, was da beim Zähneputzen verloren ging. In der ersten Nacht nach dem Zahnarztbesuch kann ich immerhin fast durchschlafen. Den nächsten Tag über fühlt sich alles im Mund falsch an. Das Zahnfleisch tut weh, irgendwelche Zähne tun weh und vor allem an den Einstichstellen der Betäubungsspritzen sind die Schmerzen auf einem hohen Niveau. Vielleicht bleibt das jetzt für immer so mit den Einstichstellen. Ich meine, sowas mal irgendwo gelesen zu haben. Unter Schmerzmitteln lässt es sich immerhin ertragen. Zum Zahnarzt gehe ich nicht, weil er ja sagte, dass es noch eine Weile wehtun kann. Im Laufe des Arbeitstages scheint der Schmerz zu wandern und am Ende sind die Schmerzen unten schlimmer als am defekten Zahn. Essen macht gar keinen Spaß mehr und ich freue mich so gar nicht auf die bevorstehenden Feiertage.

Die zweite Nacht schaffe ich nur dank einer Schmerztablette. Als ich am nächsten Morgen erwache, immerhin erwache ich noch, tut der Oberkiefer weh. Und die Zähne vor dem behandelten Zahn. Hatte ich vor einiger Zeit noch gedacht, dass ich echt Glück bisher hatte in meinem Leben, was Zahnschmerzen angeht, so denke ich jetzt meistens „Aua“. Neu dazugekommen ist ein Taubheitsgefühl, was manchmal den Eindruck vermittelt, ich hätte eine Betäubungsspritze bekommen. Da entwickelt sich etwas ganz eindeutig in die falsche Richtung und ich weiß echt nicht, was ich davon halten soll. Und vor allem frage ich mich, wie lange ich das wohl noch aushalten werde, bevor ich irgendeinen Zahnarzt aufsuche, der gerade Notdienst hat. Es ist Samstag. Das Wochenende scheint versaut. Doch dann gibt es plötzlich erste Anzeichen einer Verbesserung. Ich bin am Vormittag abgelenkt und scheinbar sind es die Schmerzen parallel dazu auch. Erst am Nachmittag verlangt mein Körper nach einer weiteren Tablette, obwohl ich scheinbar völlig entspannt durch eine Thalia Filiale wandere und einige Bücher entdeckt habe, die ich wohl lesen muss. Später stellt sich mir zwangsläufig die Frage, ob ich dermaßen einen an der Waffel habe, dass ich mir die Schmerzen nur einrede oder sie nur deshalb da sind, weil ich an sie denke. Bei einem Mann wie mir ist alles möglich. Ich werde das mal weiter beobachten.

Au wie Auto

Eigentlich wollte ich dem Benz nur einen Ölwechsel und einen neuen Benzinfilter gönnen, doch am Ende des Werkstattbesuchs weiß ich, dass mein Plan nicht aufgeht. Neben ein paar rostigen Stellen am Unterboden, die man leicht beseitigen kann, gibt es ein Problem mit der Getriebeablassschraube, die kaputt ist und das Getriebeöl auslaufen lässt. Das ist extra ärgerlich, weil ich das Getriebeöl erst letztes Jahr wechseln ließ. Immerhin weiß ich nun, was da in meiner Garage ausgelaufen ist. Also brauche ich eine neue Ablassschraube, einen neuen Filter, eine neue Dichtung und natürlich 5,5 Liter Getriebeöl. Das sind Kosten, die mir so gar nicht in den Kram passen. Und wieder droht ein Jahr in dem der Benz mehr Zeit in Werkstätten als auf der Straße verbringt.

Ein paar Tage später ist der Benz repariert und als ich nachfrage, ob der Rost entfernt wurde, bekomme ich zu hören, dass das wohl vergessen wurde und ich gerne nochmal wiederkommen kann. Genau, weil ich auch nichts lieber mache als meine Autos in Werkstätten zu fahren. Ich muss echt verrückt sein, denn schon wieder habe ich gut 270€ in eines meiner Autos gesteckt. So wird das nie etwas mit meiner ersten Viertelmillion.

Zahnweh ist auch keine Lösung

Eigentlich fängt es ganz harmlos an und ich gehe davon aus, dass es die üblichen Zahnprobleme ohne tieferen Sinn und ohne Folgen sind. Doch dieses Mal ist es anders und irgendwann tun mir gleich mehrere Zähne weh. Sowohl oben als auch unten. Das Essen nach der Arbeit ist äußerst schmerzhaft, doch beim anschließenden Spaziergang ist wieder alles gut. Vielleicht war alles doch nur ein Irrtum.

Am Abend stellt sich heraus, dass es wohl doch kein Irrtum war, denn plötzlich sind sie wieder da diese unangenehmen Schmerzen, die so gar nichts für ein Weichei wie mich sind. Und der Gedanke an einen Zahnarztbesuch macht es auch nicht besser. Da kühlen auch nicht hilft, soll Ibuprofen Abhilfe schaffen soll. Und tatsächlich kann ich irgendwann einschlafen.

Morgens ist zunächst alles gut und ich überlege schon, ob ich vor Freude etwas hüpfen soll. Doch da man vor dem Frühstück nicht hüpfen soll, unterlasse ich es und werde mit heftigen Zahnschmerzen belohnt. So ist es wenig verwunderlich, dass gegen 08.00 Uhr nicht im Büro, sondern beim Zahnarzt, sitze, um mich retten zu lassen. Dazu werden Aufnahmen vom Ober- und Unterkiefer gemacht, weil ich den Schmerz nicht zuordnen kann. Ein unter der Krone verrotteter Zahn voller Karies ist Auslöser dieser gruseligen Zahnschmerzen, wie sich auf den Röntgenbildern unschwer erkennen lässt. Erstaunlicherweise befindet sich der Zahn im Oberkiefer, was ich so nicht erwartet hatte. Die Krone muss ab, der Wurzelkanal behandelt werden. Aber nicht heute, denn eben gab es bei Bauarbeiten in der Nähe des Gebäudes einen kleinen Unfall. Eine Wasserleitung wurde zerstört und es gibt in der Praxis kein Wasser mehr. Kein Wasser, keine Zahnbehandlung. Vielleicht ein Wink des Schicksals, denn der Zahnarzt meines Vertrauens ist eh nicht da und er andere, der hier gerade ist, macht zwar auch einen guten Eindruck, aber einen guten Eindruck mache ich auch gelegentlich. Das hat also rein gar nichts zu bedeuten. Da wir hier und heute ohne Wasser nicht weiterkommen, bekomme ich einen neuen Termin. Nächste Woche Freitag. Mir erscheint es aber unwahrscheinlich, dass ich es so lange aushalten kann.

Mit Schmerztabletten komme ich zunächst gut durch den Tag, doch sobald ich etwas esse, hört der Spaß auf. Entweder esse ich bis nächsten Freitag nichts mehr oder ich muss morgen früh erneut als Notfallpatient in der Praxis auftauchen. Das ist doch alles Mist, Mist, Mist.

Die Nacht ist wenig prickelnd und so sitze ich am nächsten Morgen wieder nicht im Büro, sondern auf dem Behandlungsstuhl. Der Arzt von gestern ist auch wieder da. Mir ist das egal, denn es muss was geschehen. Ich bekomme eine Spritze, spüre den Schmerz nicht mehr und sage, dass ich nächste Woche wiederkomme. Mehr als ein mildes Lächeln bekomme ich für meine Aussage nicht geschenkt. Und so wird die alte Krone entfernt, es wird gebohrt, die Wurzelkanäle werden maschinell bearbeitet, was mich später um die 100€ kosten wird, und ich ertrage alles tapfer, weil ich einfach keine Wahl mehr habe. Nächste Woche sollen die Wurzelkanäle nochmal durchgespült werden, dann sollte es überstanden sein. Ich bin einverstanden und verabschiede mich.

Knapp sieben Stunden später sind die Schmerzen wieder da. Okay, es fühlt sich zwar anders an, aber ob das jetzt besser ist, kann ich nicht beurteilen. Weitere drei Stunden später werfe ich eine Schmerztablette ein. Ich bin, was wenig überrascht, ein echtes Weichei und schon ganz gespannt, wie sich die Zahngeschichte in den nächsten Tagen weiterentwickelt. Und ich behaupte immer mein Leben sei nicht aufregend und überhaupt nicht abwechslungsreich.

Öffentliche Toiletten

Ich weiß, dass sie wichtig und hilfreich sind, dennoch finde ich öffentliche Toiletten irgendwie ekelig. Ganz besonders dann, wenn sich ein wichtiges Geschäft nicht wirklich im Stehen erledigen lässt. Zum Glück habe ich Desinfektionstücher dabei. So nehme ich das Tuch, um den Sitz abzuwischen und lasse es direkt in die Toilette fallen. Hätte ich nur ein Tuch, wäre die Mission jetzt gescheitert. Zum Glück habe ich dessen fünf, so dass ich ordnungsgemäß desinfizieren kann. Kaum habe ich es mir gemütlich gemacht, wird die Kabine nebenan aufgesucht. Mir ist das ein Rätsel, weil ja Kabine 1, die nicht direkt neben meiner liegt, noch frei ist. Vielleicht braucht da jemand eine gewisse Nähe beim Stuhlgang. Kaum hat er Platz genommen, geht es los. Völlig menschlich, aber nichts, was man teilen sollte. Erschöpftes atmen als der Adler landet unterstreicht die Wichtigkeit der Mission. Zeitgleich wird Kabine 1 betreten. Ohne große Anlaufzeit wird gedrückt und dies mit einem speziellen Atemgeräusch untermalt. Ich bekomme Panik und will aus der Kabine stürmen, als ich Schritte vernehme. Direkt vor meiner Tür. Dann wird ein Stock vor meiner Tür platziert, Wasser Marsch. Jetzt will ich nicht raus. Ich will nicht dahin, wo einer pinkelt. Vor mir läuft das Wasser, aus den Kabinen wird weiter angemessen geatmet oder angestrengt gestöhnt. Endlich erreicht mich der Geruch der schweren Arbeit in den Nebenkabinen und der Würgereflex setzt ein. Ich stürme aus der Kabine, der Mann mit dem Stock wird fast umgerissen und schaut überrascht, vielleicht auch ängstlich, über meine Aktion. Wir erreichen gemeinsam die Waschbecken. Meines ist kaputt und der Mann bietet mir an, an seinem Waschbecken zuerst meine Hände zu waschen. Bestimmt steht er noch unter Schock. Anschließend bedanke ich mich brav und eile davon. Öffentliche Toiletten sind gruselig.

Bremerhaven in Bildern

Wie üblich fand die Anreise überwiegend auf der rechten Spur statt.

 

Hier sollte ich in den nächsten Tagen wohnen.

 

Das Zimmer in der etwa erwarteten Größe. Nur etwas kleiner als das Appartment während meines Berlinurlaubs.

 

Allerdings in einem weniger empfehelnswerten Zustand. Keine Dusche zum Verlieben, wie man unschwer erkennen kann.

 

Der Blick aus dem Fenster sogar schlechter als der Blick aus dem Fenster bei mir zu Hause.

 

Das erste Frühstück nach langer Suche. Das gab es danach jeden Morgen.

 

Das erste Mittagessen bei WOK – Asian Cuisine. Auch dabei blieb es am folgenden Tag. Sehr zu empfehlen.

 

So sehe ich in bequemen Schuhen aus, wenn ich einfach nur aufs Wasser starre.

 

Mit dem Boot, welches rechts kaum zu sehen ist, habe ich eine Hafenrundfahrt gemacht und Freundschaft mit einem Jungen geschlossen.

 

Dieses Schiff transportierte mich zwei Stunden übers Wasser.

 

Während die meisten Passagiere andere Schiffe und Container betrachteten, schaute ich mir das Wasser und die Wellen an. Wie man sehen kann, eine gute Entscheidung.

 

Verspielte Ente, die mich direkt begeistert hat.

 

Alle Kontaktaufnahmen meinerseits schlugen fehl und es entstand kein wirklicher Dialog mit diesem netten Gesellen.

 

Aufgenommen im Zoo am Meer von einem tollen Platz, der eine gute Übersicht bat.

 

Ein Aufnahme von der Aussichtsplattform Sail City.  Sehr lohnenswert, wie ich finde.

 

Ein Selfie kurz vor Urlaubsende.

 

Ein letzter Blick auf die Weser. Schön war es.
Wahrscheinlich kehre ich nie mehr zurück.